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Kultur „Vor uns das Meer“ – Mit Colin Firth auf hoher See
Nachrichten Kultur „Vor uns das Meer“ – Mit Colin Firth auf hoher See
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15:38 28.03.2018
Segelt ins Dilemma: Donald (Colin Firth) hofft, mit dem Segelpreis sein Unternehmen sanieren zu können. Quelle: Foto: Studiocanal
Hannover

Ein Mann auf einem Segelboot, mitten auf dem Meer ganz auf sich allein gestellt. Das ruft Erinnerungen an „All Is Lost“ mit Robert Redford wach. Nun ist Colin Firth in einer ähnlichen Rolle zu sehen. Allerdings beruht der Film von James Marsh („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) auf einer historischen Begebenheit.

Das letzte Geld für den Trimaran

1968 lobt die Londoner „Sunday Times“ 5000 Pfund für denjenigen aus, der die Welt in einem Einhandsegler auf einer bestimmten Route nonstop am schnellsten umrundet. Donald Crowhurst (Firth) könnte das Geld für die Sanierung seines Peilfunkgeräte-Unternehmens gut gebrauchen. Er gewinnt Stanley Best (Ken Stott) als Sponsor und den Journalisten Rodney Hallworth (David Thewlis) als Presseagenten.

Und er lässt einen Trimaran bauen, für den der Familienvater ohne Wissen seiner Frau Clare (Rachel Weisz) Haus und Firma verpfändet. Am 31. Oktober, dem letztmöglichen Termin, sticht der Amateurskipper von Teignmouth aus in See – mit gemischten Gefühlen und einem Boot, das noch nicht ganz fertig ist, geschweige denn ausreichend getestet wurde.

Das „All is lost“-Gefühl stellt sich nicht richtig ein

Das klingt erstmal nach Stoff für ein Heldenepos. Von einem Mann, der über sich hinauswächst und das Unmögliche schafft. Mit spektakulären Bildern, die zeigen, wie er den Gefahren und Widrigkeiten seines kühnen Unterfangens trotzt. Aber solche Bilder bleiben weitgehend aus. Stattdessen wechselt der Regisseur immer wieder vom Schiff zur Heimatfront rüber, wo sich die Familie sorgt und der Presseagent Donalds karge Berichte aufbauscht und auch sonst mächtig PR-Wind macht. Anders als bei „All Is Lost“ will sich daher nie recht das Gefühl einstellen, mit dem Bootsmann tatsächlich auf hoher See zu sein.

Sehenswert ist der Film vor allem wegen Colin Firth. Er weckt viel Empathie für den Möchtegern-Weltumsegler, dessen anfängliche Zuversicht sich noch an Land ins Gegenteil zu verkehren beginnt, und dem irgendwann bewusst wird, dass er sich in ein Dilemma navigiert hat. Kehrt er um, ist er ruiniert, macht er weiter, droht der Tod. So ist „Vor uns das Meer“ denn mehr ein Charakter- als ein Segeldrama.

Von Jörg Brandes / RND

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