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„Good Times“ – Showdown in der Geisterbahn

Kino „Good Times“ – Showdown in der Geisterbahn

„Good Time“ (Kinostart am 2. November) straft seinen Filmtitel Lügen. Für die Helden geht’s nur bergab. In der Geschichte zweier glücklos krimineller Brüder ist „Twilight“-Star Robert Pattinson in seiner bislang besten Rolle zu sehen.

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Der Boden unter den Füßen löst sich auf: Bankräuber Connie Nikas (Robert Pattinson) in einer Stadt ohne Gnade.

Quelle: Foto: Temperclayfilm

Hannover. Eine wirklich „gute Zeit“ haben die Brüder Connie (Robert Pattinson) und der geistig behinderte Nick (Ko-Regisseur Ben Safdie) nicht. Das würde bei den Safdie-Regiebrüdern Joshua und Ben auch überraschen, die es düster und schmutzig lieben in ihrem vor Spannung vibrierenden Genrefilm alter Schule, unterlegt mit einem elektrisierenden Soundtrack von Daniel Lopatin. Nachdem der Ältere den Jüngeren aus der Psychiatrie befreit hat, überfallen die beiden eine Bank.

Ein Plan voller Tücken – alles geht schief

Die Freude über die Beute währt nur kurz, die Polizei schnappt Nick. Connie kann sich retten, aber eine Farbbombe macht einen Großteil des Geldes rosarot. Nun braucht er frische 10 000 Dollar, um die Kaution für seinen Bruder zu zahlen. Nachdem auch die Freundin (Jennifer Jason Leigh) mit der Kreditkarte der Mutter das Geld nicht auftreiben kann, entscheidet er sich, den nach einer Schlägerei im Krankenhaus gelandeten und streng bewachten Nick zu entführen. Dieser Plan hat Tücken. Alles geht schief, was nur schief gehen kann.

Nächtliche Odyssee durch New York

Serviert werden in diesem Krimi verrückte Situationen mit einem Showdown in der Geisterbahn als Höhepunkt einer nächtlichen Odyssee durch New Yorks Unterwelt, die mit Kleinkriminellen und Dealern bevölkert ist. Der britische Star Robert Pattinson hat sich endlich von der Vampir-Glätte der „Twilight“-Saga befreit und zeigt nach Auftritten in Anton Corbijns „Life“ oder David Cronenbergs „Cosmopolis“ und „Maps to the Stars“ erneut formidable schauspielerische Qualitäten – in seiner bisher besten Rolle.

Wenn Pattinson durch die Dunkelheit hetzt, schmuddelig mit ungepflegtem Bart und flackerndem Blick, dann erinnert er an Figuren aus frühen Scorsese-Filmen, die sich den Kopf an der Gegenwart blutig schlagen, immer im Schatten einer erbarmungslosen Metropole ohne Pardon. Hier ist Pattinson nicht mehr der zarte Mädchenschwarm, sondern ein zwielichtiger Typ, der den Boden unter den Füßen verloren hat.

Von Margret Köhler / RND

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