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Kultur lokal Blues aus Belgrad
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19:45 16.03.2014
Zed Mitchell begeistert im Kesselhaus Lauenau Quelle: han
Lauenau

Der aus Belgrad stammende Musiker vermengt Rock, Blues und Pop. In seiner serbischen Heimat ist er sehr bekannt, hatte dort einige Hits. Seiner deutschen Wahlheimat Essen hat er den Song „Guten Morgen Essen“ gewidmet. „Ich wohne an einer Hauptstraße mit viel Verkehr und Lärm“, erklärte der Sänger. Geschrieben hat er den Song für die Berufstätigen, die jeden Morgen früh aufstehen und zur Arbeit fahren. „Mit Musik hat man bessere Laune.“

 Üblicherweise schreibt Mitchell auf englisch, ein paar seiner jüngsten Songs sind auf Deutsch. Jedes Stück hat eine schöne, gesangliche Melodie. Die Lieder handeln von Liebe, Freundschaft, Krieg, Enttäuschungen. Es gibt seriöse Themen und lustige Songs. „Die Leute wollen Spaß haben.“

 „Summer in LA“ ist eine fetzige Hymne an die kalifornische Stadt. Drei Jahre lang hat Mitchell dort gelebt. „Es ist eine tolle Stadt, das Klima und das Licht sind unglaublich. Alles wie in Hollywood-Filmen.“ Vor allem die „fröhliche Atmosphäre“ und der kulturelle Schmelztiegel habe ihm gefallen. Das Zusammentreffen von Ethnien und Kulturen mache die „Qualität von Kunst und Leben“ aus.

 Auch Paris ist eine schöne Stadt, so schön, dass sie möglicherweise Mitchells Kreativität erstickt hat. Das zumindest deutet der Song „Springtime in Paris“ an. Er handelt davon, dass Mitchell in einem Café sitzt und vom Lebensglück und der Schönheit der Stadt so überwältigt ist, dass er keinen Grund mehr findet, den Blues zu spielen. „Blues ist fast immer traurig, mit Ausnahme des Protest-Blues. Für den Blues braucht man schlechte Gefühle.“

 „Money for my blues“ hat Profanes zum Inhalt. Sein Steuerberater sei gekommen und habe ihm geraten, seine Schulden zu bezahlen, erzählte der herzliche, humorvolle Künstler. „Es ist besser zu zahlen, als ins Gefängnis zu gehen, so wie Uli Hoeneß.“ Musik sei nicht nur Spaß, sondern auch harte Arbeit. Musiker würden sieben Tage die Woche arbeiten und tausende Kilometer pro Jahr reisen.

 Mitchell ist ein überragender Gitarrist, der sich jedoch nie in den Vordergrund spielt. Er gibt seinen ebenfalls exzellenten Mitmusikern genügend Raum sich zu entfalten. Das Publikum dankte mit frenetischem Applaus für den Konzertabend. han