Frizz Feick überzeugt im „Nachtausgabe“-Programm „Das beste bis jezzt“ in der Rolle des Frontmanns einer Band. Grabowski
Feicks Programm „Das beste bis jezzt“ bot ein Querschnittserlebnis mit Titeln aus den bislang vier Album-Veröffentlichungen des als Singer und Songwriter bekannt gewordenen Allroundtalents. 14 Mal durfte das in der Kundenhalle des Geldhauses erwartungsfroh lauschende Auditorium aufhorchen, was aus Stücken wie „Tacheles“, „Panama“, „Regenbogen“, „Du gehst mir gut“ und „Kein Zuckerschlecken“ entstehen kann, wenn sie jenseits von Studiotüftelei und Aufnahmeperfektion zu Gehör gebracht werden. Und wenn ihnen eine Formation den Weg ins Ohr ebnet, für die die Umschreibung „formidabel“ nicht zu hoch gegriffen ist.
Mit George Kochbeck (Keyboards), Markus Setzer (Bass), Athanasios Tsoukas (Perkussion) und Anke Simon (Gesang) hatte der Künstler mit der Vorliebe fürs Doppel-Z sich einige Musikanten zur Seite gesellt, deren Qualifikation weit über das Fluidum possierlicher Provinzbühnen hinausreicht. Kochbeck ist ein gefragter Live-Tastateur, der zahllose Konzerte mit namhaften Künstlern in der ganzen Welt als musikalische Referenz vorweisen kann. Setzer gilt nicht nur in Bassistenkreisen als Koryphäe mit übergroßem Sinn für Harmonik. Tsoukas entfachte mit einem mehrminütigen Trommelsolo einen wahren Begeisterungssturm, und Simon kam Feick bei drei Duetten als trefflich intonierender Widerpart entgegen.
Da das Zusammenspiel der Instrumentalisten nach allen Regeln professioneller Handwerkskunst und gegenseitigen Respekts vonstattenging, konnte der auf dem Hamburger Kiez dereinst als der „helle Barde aus Schaumburg“ angekündigte Bückeburger, der bislang zumeist als Keyboard spielender Interpret aufgetreten ist, die ungewöhnliche Rolle des (Allein)-Sängers relativ gelassen angehen. Ausgestattet mit markanter Stimme und reichlich Wortspieltalent entführte er die Zuhörerschaft in eine von Tiefe und Leichtigkeit ebenso wie von Ernst und Humor geprägte Textwelt. Dem Gesamtvergnügen sehr zuträglich war die dezent-legere Zurückhaltung des Troubadours. Feick präsentierte sich trotz seines Parts als Hauptdarsteller keineswegs als jemand, den es mit Macht an die Rampe drängt (wo man ja bekanntlich zur Sau werden kann), sondern drückte dem Bühnengeschehen mit unaufdringlichen Gesten und Gebärden seinen Stempel auf.
Zu den Höhepunkten des Abends zählten fraglos das lateinamerikanische „Rumtata“ (mit allerhand Solo-Einlagen der Gastmusiker), das von der CD „Panama“ stammende „Kein Zuckerschlecken“ (mit einem kilometerlangen Wander-Saxofon-Solo Feicks quer durch die gesamte Kundenhalle) und das von Kochbeck und Feick per Doppelkeyboard begleitete Zugabestück „Famose letzte Worte“. Danach konnte nichts mehr kommen. bus
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