Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Des Malers Weg vom Gegenstand zur Farbe

Wiedensahl / Vernissage Des Malers Weg vom Gegenstand zur Farbe

Es hatte ein wenig von einer kleinen Familienfeier im relativ übersichtlichen Nachmittagskreis zur Eröffnung der Vernissage der neuen Busch-Ausstellung „In stiller Betrachtung der schönen Natur“ mit den Notizen des Künstlers von einer offenen Landschaft. Echter Wickelkuchen, gereicht von Buschs Ur-Ur-Großnichte Friederike Wilkening, dazu ein Glas Sekt oder O-Saft auf der Diele des Hauses, in dem der große Weise aus Wiedensahl auf den Tag genau vor 179 Jahren geboren wurde.

Voriger Artikel
„Ich kann doch auch nichts dafür!“
Nächster Artikel
Schülerin entwickelt preisgekrönte Musik-Software

Eine Besucherin versucht zusammen mit Gudrun-Sophie Frommhage-Davar (links) die Bleistiftstriche zu deuten. © jpw

Wiedensahl (jpw). Im österlich grün-frisch gestrichenen Schatzkästchen des Museums werden rund ein Dutzend Originale aus dem Bestand des „Deutschen Museums für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch“ in Hannover gezeigt. Museumsleiterin Gudrun-Sophie Frommhage-Davar zitierte vor dem großen, durchscheinenden Konterfei des Geburtstagskindes die Zeilen vom frommen Kaplan, der, nachdem er viel Gutes getan, „in stiller Betrachtung der schönen Natur, einst zur Erholung durch die Flur“ ging.

„Im vergangenen Jahr waren wir neugierig“, sagte Frommhage und gab die Auflassung zur Vernissage, „da haben wir über den Gartenzaun geblickt“, diesmal verweile man etwas diskreter in der offenen Landschaft.
Für diese offene Landschaft interessierte sich Busch schon sehr früh. Sein Onkel, der Pastor Georg Kleine, bei dem er seine Jugend verbringt, regt ihn an und der junge Mann ist fasziniert davon, Natur und Landschaft darzustellen – am Anfang noch in detailgenauen Skizzen, wie zum Beispiel beim „Kolkrand mit Landschaftsausblick“.

In der „Wiesenlandschaft mit schrägwüchsiger Pappel mit Nahsicht“ hat Busch zwischen all den Bleistiftstrichen und Schraffuren offenbar ein „Mädchen mit Kinderwagen“ versteckt. Den ersten Gästen macht es Spaß, sich am ausgelobten Suchspiel der Museumsleiterin zu beteiligen.

Buschs Wendung hin zur – zunächst gegenständlichen – Malerei, bis in die farbige, abstrakte Moderne wird in den meist kleinformatigen Bildern sichtbar. Während es zunächst noch die „Landschaft mit roter Kuh und Blaujacke“ darstellt, verschwimmt das Werk schließlich zur „Grünen Landschaft mit rotem Fleck“ – die Form ist der Farbe gewichen.
• Die Ausstellung „In stiller Betrachtung der schönen Natur“ ist bis zum 4. September dienstags bis freitags jeweils zwischen zehn und zwölf Uhr und 14 bis 17 Uhr, sowie sonnabends, sonntags, und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben