Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Kultur lokal Düstere Texte, fröhliche Rhythmen
Nachrichten Kultur Kultur lokal Düstere Texte, fröhliche Rhythmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:15 16.02.2014
„Golden Kanine“ rocken das Kesselhaus. Quelle: han

Von Carsten Hanke

Lauenau. Die Köpfe der Band sind Andreas Olrog (Gesang, Gitarre, Banjo und Schlagzeug) und Linus Lindvall (Gesang, Gitarre, Banjo, Mandoline), die die Songs schreiben.

 Ebenfalls eine gute Figur machten Per Nordborg (Schlagzeug, Hintergrundgesang), Dante Ekfeldt (Bass, Hintergrundgesang) sowie die beiden Deutschen Gabor Bertholini (Trompete) und Laszlo Bertholini (Saxophon).

 Die Musik ist ein wilder, aufgekratzter Mix aus Indie-Rock, Folk und Pop. Nahezu jeder Song ist tanzbar und macht Laune. Wer genauer hinhörte, bemerkte, dass ausschließlich Molltonarten erklangen. Auch die Texte sind alles andere als fröhlich. „Wir singen über Liebe und Tod und alles, was sich dazwischen bewegt“, erklärte Lindvall. Es geht um menschliche Beziehungen aller Art, ums Trinken, Sex, um Überzeugungen und die Art, sein Leben zu gestalten.

 „Ich habe versucht, fröhliche Sachen zu schreiben, es hat nicht funktioniert, es war uninteressant, ich kann da nichts beitragen“, erklärte der Schwede. Das nahezu einzige heitere Stück heißt „Bones“ und stammt aus der Feder von Olrog. Es handelt von dessen aktueller Freundin. „Das Lied ist positiv“, sagte Olrog, „etwas anderes darf ich nicht behaupten, sonst ist sie beleidigt.“

 Die Schweden singen über „die schlimmsten Zeiten im Leben“, aber die Musik ist stets ausgelassen, zügellos, tanzbar. Der Widerspruch ist Absicht. „Wir wollen, dass jedes unserer Konzerte zu einer Party wird“, lautet das Credo der beiden Songschreiber. „Weinen und tanzen“ sollen die Zuhörer und dabei alle möglichen Emotionen durchleben. Im Song „Happiness“ fragt sich Lindvall, ob das Glücksgefühl real ist oder nur Einbildung. Um gebrochene Versprechen geht es in „Oh They Caught You, Too“. Harter Tobak ist „Scissors“, das Stück handelt davon, jede Hoffnung aufzugeben. „Golden Kanine“ heißt im übrigen so viel wie „Goldener Vierbeiner“. Eine tiefere Bedeutung habe der Bandname nicht. „Man muss sich halt irgendwie benennen“, so Gabor Bertholini.