Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Folk, Rock und Irrsinn

Lauenau / Musikshow im Kesselhaus Folk, Rock und Irrsinn

Eine furiose Musikshow hat das Kesselhaus Lauenau am Freitag zum Überkochen gebracht. Zu Gast waren „Louis Barabbas and the Bedlam Six“.  Das Septett aus Manchester überrollte das Publikum mit einem wüsten Mix aus Folk, Rock und Irrsinn. Als „Special Guest“ war die in Großbritannien populäre Sängerin Kirsty Almeida mit von der Partie.

Voriger Artikel
„Was ist wünschenswert, was ist machbar?“
Nächster Artikel
Klänge für Herz und Gemüt

Louis Barabbas überrumpelt sein Publikum mit einer wilden Musikshow. 

Quelle: han

Lauenau (han).  Die nach einer Londoner Psychiatrie benannte Kombo entzündete ein wahnwitziges musikalisches Feuerwerk von nicht zu überbietender Intensität. Kaum hatte der höfliche, zurückhaltende Barabbas die Bühne betreten, wandelte er sich von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde. Der 29-Jährige sprang wild umher, hüpfte ins Publikum und warf sich auf den Boden.

Barabbas Songs sind aggressiv, schmutzig, chaotisch, ironisch. „Mother“ handelt von einem Feigling, der stets mit dem Finger auf andere zeigt. „Mother, why did you raise me this way?“, schmetterte Barabbas mit viel Hass und Selbstmitleid in der Stimme. „Meine Mutter und ich haben ein gutes Verhältnis“, versicherte der Songschreiber lächelnd, „aber ich liebe die Idee, dass jemand besessen ist von der Vorstellung, andere Leute seien Schuld am eigenen Elend.“

„Die meisten Liebeslieder sind zu simpel“, erklärte der bärtige Sänger, „zwischenmenschliche Beziehungen sind viel komplizierter.“  Barabbas schwarzhumorige Songs handeln von Eifersucht, Frust und Rache. „Hold On To Me“ erzählt von einem geschiedenen Paar, das wieder zusammenkommt nachdem es ernüchtert festgestellt hat, dass es auf dem Heiratsmarkt nicht mehr fündig wird. „Hold on to me - We've got nobody else“.

Eine ähnliche Thematik behandelt das Stück „Tonight“ das Barabbas ursprünglich für die Sängerin Liz Green komponiert hat. Es geht um Heirat, um reißende Geduldsfäden und die Einsicht, dass alles schief gelaufen ist.

Ebenfalls eine gute Figur machte  Almeida. Die in Gibraltar geborene Sängerin begeisterte mit Temperament, Schwung und ihrem ausdrucksstarkem Timbre.

Seit fünf Jahren macht Barabbas professionell Musik. Die Vorliebe für das Erzählen von Geschichten hat er aus der Folkmusik übernommen, musikalisch bevorzugt er „Swing-Grooves“ mit Einflüssen aus Jazz und Rock. Im Mainstream sind „Louis Barabbas and the Bedlam Six“ noch nicht angekommen, allerdings haben sie sich mit Konzerten und Musikvideos eine treue Fangemeinde erspielt, die der Bandleader nicht ohne Stolz als „quite strange“ bezeichnet. Mit jubelndem Applaus dankte das Lauenauer Publikum für das eindrucksvolle Konzert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben