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Fünf Stimmen erfüllen das Kirchenschiff

Kultur / Calmus-Ensemble singt in St.-Martini Fünf Stimmen erfüllen das Kirchenschiff

Fünf Stimmen haben am Freitag die St.-Martini-Kirche mit einer derartigen Intensität ausgefüllt, wie sie selbst viele Chöre kaum erreichen. Der Auftritt des hochkarätigen Calmus-Ensembles vor dem Hintergrund der deutschlandweiten Konzertreihe „Kirche klingt 2012" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Landeskirchen hatte zahlreiche Musikbegeisterte in das Kirchenschiff gelockt.

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Das Calmus-Ensemble verzaubert die Besucher der St.-Martini-Kirche.

Quelle: kle

Stadthagen (kle). Schon mit ihrem Einstiegsstück „Dir, dir, Jehova, will ich singen" von Johann Sebastian Bach offenbarten die Sänger Anja Lipfert (Sopran), Sebastian Krause (Countertenor), Tobias Pöche (Tenor), Ludwig Böhme (Bariton) und Joe Rösler (Bass), was ihre Zuhörer in den folgenden zwei Stunden erwarten würde: klarer, facettenreicher Gesang, der nicht nur in Ausdruck und Dynamik perfekt aufeinander abgestimmt war. Auch die Klangfarbe der jeweiligen Stimmen harmonierte wunderbar miteinander.

Den Höhepunkt des Abends bildete zweifelsohne das faszinierende „And why" für fünf Stimmen, basierend auf dem 166. Psalm, aus der Feder von Bernd Franke, der das Stück 2010 eigens für das Calmus-Ensemble komponiert hatte. Noch während des Singens verließ ein Künstler nach dem anderen die Bühne und wanderte durch das Kirchenschiff, sodass die Stimmen bald von allen Seiten zu den Zuschauern hindrangen. Mal flüsternd und zischend, dann sprechend, fast rufend und dann wieder singend zog sich das un- wie außergewöhnliche Werk wie ein rauschendes Band durch die Reihen der Kirchenbänke, bis die Sänger irgendwann im Altarraum wieder zusammenfanden.

War der erste Teil des Konzerts von geistlichen Werken geprägt, widmete sich Calmus in der zweiten Hälfte der weltlichen Musik, von Volksliedern über Jazzballaden bis hin zu fünf Liedern aus Georg Kreislers Zyklus „Seltsame Liebeslieder". Im Zuge der Darbietung dieser humorvollen Werke, die bei den Zuhörern für nicht wenige Lacher sorgten, traten auch die Soloqualitäten jedes einzelnen Künstlers noch einmal eindrucksvoll hervor.

Dass die Musiker von Calmus kurzfristig als Ersatz für das angekündigte Ensemble „Singer pur" eingesprungen waren, daran störte sich niemand – im Gegenteil: Mit langanhaltendem Applaus und Ovationen im Stehen entlockten die Zuhörer den Sängern sogar noch zwei Zugaben, darunter eine traumhafte Version des deutschen Kinderliedes „Der Mond ist aufgegangen".

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