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Furiose Bühnenshow und hintergründige Songs

Lauenau / Budzillus Furiose Bühnenshow und hintergründige Songs

Mit einer furiosen Bühnenshow hat die Band Budzillus das Kesselhaus Lauenau gerockt. Die wilden Rhythmen der Berliner passen in keine Schublade. Einflüsse aus Straßenmusik, Gypsy-Swing, Jazz, Punk und Rock 'n' Roll werden so gut durchmengt, dass etwas gänzlich Neues dabei herauskommt.

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Budzillus begeistert im Kesselhaus Lauenau.

Quelle: nah

Lauenau (han). Die ausgetretenen Pfade werden konsequent gemieden, das gilt auch für die Themen und Texte. Kein einziges Liebeslied haben sie Programm. Unzählige gute und weniger gelungene Lovesongs gibt es, da wollen Budzillus nichts mehr draufsetzen. „Außerdem hasse ich Standard-Pop-Floskeln“, sagte Kristian Zepplin (Banjo-Bass, Gesang). „I believe in you“  taucht in keinem Budzillus-Song auf, auch kein „take my hand“, kein „walking down the street“ und erst recht kein „I love you“.

Statt dessen gibt es Hintersinn und doppelbödige Ironie. „So viel zu tun“ lautet der Titel einer Prokrastinations-Hymne aus der Feder Zepplins. Aufgezählt werden allerhand Dinge, die man sich vornimmt oder die andere von einem erwarten. Doch letztlich gehen die guten Vorsätze den Bach runter. Durch die schiere Menge an Absichten, Plänen und Aufgaben wird die To-Do-Liste jedoch ad absurdum geführt, denn es erscheint völlig unmöglich, alles zu erledigen.

„Nicht allein“ heißt ein Song von Robert Kondorosi (Gitarre, Banjo, Gesang). „Abgebrannt und unverstanden wandeln wir durch Raum und Zeit - Ignoriert und stets verzogen für die Obrigkeit“, lautet eine Textzeile. Als Identifikationsplattform für Minderheiten sei der Song gedacht, so Kondorosi. „Es geht darum, dass man anders sein kann, ohne sich dafür zu schämen oder sich schuldig zu fühlen. Denn man ist ja nicht allein.“

„Lampedusa“ ist der Titel eines Instrumentalstücks, das vielleicht als Programmmusik betrachtet werden kann. Sonnige Surf-Rock-Klänge beschwören das Bild des spaßigen Freizeitsports mit seinem Versprechen von Freiheit und Abenteuer. Konterkariert wird dieser Eindruck durch eine aufwühlende Passage, die an das stürmische Mittelmeer und die Gefahren gemahnt, denen sich Flüchtlinge und Asylsuchende aussetzen, die über diese Insel nach Europa gelangen wollen.

Mit stürmischem Applaus dankte das Publikum im rappelvollen Kesselhaus für den wunderbar kurzweiligen, inspirierenden Konzertabend.  

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