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„Gediegen“: Hingesetzt und zugehört

Stadthagen / "Tage der Weserrenaissance" „Gediegen“: Hingesetzt und zugehört

Über ein beeindruckendes Konzerterlebnis unter freiem Himmel haben sich zahlreiche Gäste gefreut.

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Die dreijährige Alexandra kann gar nicht genug kriegen von den Jazzrhythmen der Kombo „Triobravo“. © Hanke

Stadthagen (han). Der musikalische Rundgang im Rahmen der „Tage der Weserrenaissance“ führte zu vier stimmungsvoll illuminierten Plätzen in Stadthagens Innenstadt. Die Kombo „Triobravo“ verwöhnte ihre Zuhörer, die sich vor dem Ratskeller niedergelassen hatten, mit feinstem Jazz. Die dreijährige Alexandra erwies sich als ihr größter Fan. Die Deutsch-Brasilianerin krabbelte auf die Bühne und lauschte gebannt den Bossa-Nova-Rhythmen. Zudem gab es munteren Swing und virtuosen Hard Bop. „Es ist eine gediegene Atmosphäre“, lobte Zuhörerin Petra Ascher, „anders als beim Stadtfest ist es nicht so laut. Man kann sich gut unterhalten, und trotzdem ist die Musik präsent.“

Werke aus der Wiener Klassik präsentierte das Havelka Quartett im Landsberg’schen Hof. Auf populäre Werke wie Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento KV 188 folgten wenig bekannte Musikperlen wie zum Beispiel ein Streichquartett aus der Feder des italienischen Komponisten Pietro Nardini. Das aufmerksame Publikum belohnte die Darbietung mit kräftigem Applaus, der jedoch, anders als im Konzertsaal, zwischen den einzelnen Quartettsätzen aufbrandete.

Mit authentischen Renaissance-Klängen begeisterte das Ensemble „Aeolos“, das das Mausoleum im Rücken hatte. Britta Hinrichs (Schalmei), Regine Häußler (Altpommer) und Jens Bauer (Barockposaune) spielten Werke teils unbekannter Komponisten aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Kopien historischer Instrumente erzeugten einen sehr direkten, lauten und intensiven Klang. In den Spielpausen beantwortete das Trio die neugierigen Fragen der Besucher.

„Diese Besetzung war die populärste Ensemble-Form in der Renaissance“, erklärte Bauer.

Mit ihrer makellosen Stimme füllte Sandra Engelhardt jeden Winkel des Schlosshofes. Begleitet wurde die Sopranistin von dem formidablen Martin Schulte am Klavier. Perfekte Akustik, Kerzenschein und dezente Scheinwerfer-Spots trugen wesentlich zur eindrucksvollen Atmosphäre bei. Mucksmäuschenstill lauschte das Publikum den Operettenmelodien, die aufgelockert wurden durch die witzig-ironischen Moderationen der Sängerin.

„Liebe, Du Himmel auf Erden“ lautete der Titel des Programms. „Eine großartige musikalische und schauspielerische Leistung“, lobte Zuhörerin Dagmar Meck das Duo, „das war der Höhepunkt des Konzertabends.“

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