Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Kultur lokal Glaskünstler stellt in Synagoge aus
Nachrichten Kultur Kultur lokal Glaskünstler stellt in Synagoge aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:12 18.01.2013
Glasarbeiten wie diese stammen von Frieder Korff.
Anzeige
Petershagen (vin)

„Die Geschichte hinter den Dingen sichtbar machen, ist mein Ziel“, sagt der Glaskünstler über seine Werke, „und zwar so, dass der Betrachter erkennt, dass es eigentlich auch seine eigene Geschichte ist.“

 Die Glasarbeiten seien seine künstlerische Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus, auch in der heimischen Schaumburger und Mindener Region. Die Ausstellung ist eine „schnörkellose Anklage gegen politischen Terror, Gewalt und Krieg“. Präsentiert wird sie von der Arbeitsgemeinschaft „Alte Synagoge“ Petershagen. In diesem Jahr ist die Pogromnacht 75 Jahre her.

 Frieder Korff wurde 1936 in Rinteln geboren. Wie sein Vater und Großvater hat er den Beruf des Glasmachers gelernt. Nach der Ausbildung in einer Hohlglashütte studierte er an der Glasfachschule Zwiesel im Bayerischen Wald. Über die Fotografie gelangte er zur bildenden Kunst und war an Ausstellungen von Architektur- und Landschaftsdarstellungen beteiligt. Von 1988 an wandte er sich dem sogenannten Fusing zu. Dabei wird Glas zu Objekten und Reliefs zerschmolzen. Inspiriert von der Landschaft des Schaumburger Landes richtete der Glaskünstler sein Atelier 1995 in Mittelbrink bei Niedernwöhren ein. Inzwischen bildet er Künstler und Kulturinteressierte in der Technik des Fusing aus.

 Mit seiner Kunst erkundet Korff das Ausdruckspotenzial und die Ästhetik von Glas in Verbindung mit organischen und anorganischen Stoffen. Dabei dienen Alltagsgegenstände und Eichenbalken alter Fachwerkhäuser als Objektträger.

 „Seine Glasarbeiten in der Ausstellung setzen da ein, wo Worte versagen“, heißt es in der Ankündigung zur Eröffnung. Korffs Werke waren zuletzt in Nienburg zu sehen.

 Sie werden in der Alten Synagoge Petershagen, Goebenstraße 5-7, bis zum 3. März zu sehen sein. Die Öffnungszeiten sind dienstag bis sonnabend von 11 bis 15 Uhr sowie sonntags von 16 bis 18 Uhr. Nach vorheriger Vereinbarung ist auch ein Besuch außerhalb dieser Zeiten möglich. Der Eintritt ist frei.

Anzeige