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Hingabe, Humor und Kreativität

Stadthagen / Konzert von „Quadro Nuevo“ Hingabe, Humor und Kreativität

Nur keine falsche Bescheidenheit: „Es ist wunderbar, dass so viele Leute gekommen sind, das ist absolut folgerichtig.“ Mit diesen Worten hat Mulo Francel am Freitag sein Publikum in der Aula des Ratsgymnasiums Stadthagen begrüßt. Es war bereits der dritte Besuch des Quartetts „Quadro Nuevo“ in der Kreisstadt.

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Das Akustik-Quartett „Quadro Nuevo“ unterhält aufs Beste im Ratsgymnasium Stadthagen.  

Quelle: han

Von Carsten Hanke

Stadthagen. Die vier Künstler faszinierten mit Hingabe, Humor und Kreativität. Eingeladen hatten die Gewerkschaften IG Metall und GEW sowie die „Alte Polizei“ anlässlich der Schaumburger Kleinkunsttage.

Auf unnachahmliche Weise verschmilzt  Quadro Nuevo Jazz, Tango und Weltmusik. Die Tonpoeten vermeiden Schubladen und überraschen mit kühnen Improvisationen, Kontrasten und ungewöhnlichen Klangmischungen. Ungemein gewitzt und phantasievoll wirkte „Prinzessin Josefina“, eine Eigenkomposition, die der Akkordeonist Andreas Hinterseher seiner Tochter gewidmet hat. Zum Schluss lösten sich Melodien und Rhythmen im Nichts auf,  nur ein flirrender Klangteppich aus leisen, hohen Tönen blieb übrig. Die famose Harfenistin Evelyn Huber bewies, dass sie das Hackbrett ebenso gut beherrscht wie das größte aller Zupfinstrumente.

Nicht nur Francels launige Moderationen waren geprägt von Humor. Auch in der Musik schimmerte so manche Albernheit hervor, wie zum Beispiel in der Gewürzvertonung „Paprika“ („Wir spielen nie die Schoten, sondern immer nur das Pulver“). Das spritzige, temperamentvolle Werk endete mit einem aufgekratzten Ausflug in atonale Bereiche. Am Kontrabass glänzte D.D. Lowka.

Etwas mehr Bescheidenheit zeigten die Vier beim Thema Tango. Bei  Francel klingt das dann so: „Wir nähern uns dem Tango an. Wir spielen nicht wirklich Tango Argentino. Vielleicht sind einige von uns zu blond dafür.“ Die Kombo hat es nicht nötig, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, wie „La Cumparsita“ bewies. Der möglicherweise berühmteste und meistgespielte Tango der Welt ließ nichts zu wünschen übrig, das Akustik-Quartett brillierte mit Feuer, Virtuosität und Gestaltungskraft. Auch der italienische Gassenhauer „Torna a Surriento“ machte Freude. Viel Sinn für Nuancen bewies das Ensemble mit „Still, die Nacht ist voller Sterne“, basierend auf Zeilen des jiddischsprachigen Dichters Hirsch Glik. Der Pianissimo-Dialog von Harfe und Klarinette erzeugte eine Gänsehaut.

 

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