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Humor, Charme und Pep

Kultur / Umspannwerk Humor, Charme und Pep

„Wir sind zwar da, aber nicht zu hören.“ So hat Cord-Hinrich Flachsbarth am Montag die Rolle eines Fagott-Spielers beschrieben. Höchste Zeit also, sich mit den klanglichen Qualitäten des tiefsten aller Holzblasinstrumente zu beschäftigen.

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„Die Fagottiere“ verblüffen mit au-ßergewöhnlichen Weihnachtsbearbeitungen.

Quelle: han

Stadthagen (han). Die Besucher des „Alten Umspannwerkes“ bekamen dazu reichlich Gelegenheit. Der Kulturmanager Olaf Nor-mann hatte zu einem privaten, vorweihnachtlichen Baustellenkonzert geladen. Das Ensemble „Die Fagottiere“ verblüffte mit Weihnachtsliedern in einem nie gehörten Klanggewand.
Im Orchester seien die Fagottisten meist zu zweit, er-klärte Flachsbarth. Die beiden Bläser versteckten sich hinter 40 Geigern. Ihr einzige Aufgabe bestünde darin, eine tiefe Klangfarbe beizusteuern. Dass das Fagott weit mehr zu bieten hat, bewiesen die vier formidablen Musiker mit einer Fülle origineller Arrangements. Originalliteratur für Fagott-Quartett ist Mangelware, daher wird auf Bearbeitungen zurückgegriffen.
Ganz harmlos fing es an. Mit „Gemütlichkeit erzeugenden“ Melodien wiegten die Vier ihre Zuhörer in Sicherheit. „Oh come all ye faithful“ erschallte es lieblich und zart. Doch dann ging es los. Flachsbarth, Julia Butte-Wendt, Jörg Wassenberg und Hans-Peter Kießlich nahmen populäre Weihnachtsweisen und packten sie in ungewöhnliche Takt-, Tempo- und Rhythmusarten. Das Ergebnis strotzte nur so vor Humor, Tempo, Charme und Pep. Es erklangen „O du fröhliche“ als Samba, „Alle Jahre wieder“ als Reggae und „Lasst uns froh und munter sein“ im munter-lässigen Swing-Rhyhtmus. Viel Beifall und ungläubiges Staunen gab es für eine Rumba mit dem Titel „O Tannenbaum“.
Musiker, die sich für das Fagott entscheiden, sind ziemlich unerschrocken. Kein Wunder, dass sie keine Scheu vor außergewöhnlichen Arrangements haben. Komponiert wurden die kuriosen Weihnachtsbearbeitungen von einem Musicalkomponisten, und zwar exklusiv für die „Fagottiere“.
Zum Gelingen des Konzerts trug auch die beschauliche Atmosphäre bei Glühwein und Gebäck ein. Zurzeit wird das ehemalige Umspannwerk zu einem Kulturzentrum umgebaut. Normann wirkte ein wenig angespannt, da er noch mit der Technik zu kämpfen hatte. Erst kurz vor Konzertbeginn standen Strom und Heizung zur Verfügung. Von den Widrigkeiten bekam die beschauliche Publikumsrunde nichts mit. Sie genoss ein rundum amüsantes, hörenswertes Gratis-Konzert.

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