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Intime Lesung in der „Alten Polizei“

Stadthagen / Friedhelm Kändler Intime Lesung in der „Alten Polizei“

Mit einer Frau, die großartigen Kaffee kocht und sich zum Zusammenbauen eines Puzzles Topflappen anzieht, um den Schwierigkeitsgrad zu steigern, hat Friedhelm Kändler die Besucher des Galerie-Cafés der „Alten Polizei“ bekannt gemacht. Sie ist die weibliche Hauptfigur in seinem neuen Buch „Die Abenteuer der Missis Jö“, das Kändler im Zuge einer Lesung vorstellte.

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Friedhelm Kändler (von links) und Alix Dudel lesen aus dem Buch vor und Ellen Kienhorst begleitet die beiden am Cello.

Quelle: mak

Von Martina Koch

Stadthagen. Kändler beschrieb es als sein Jugendwerk, da er die Geschichte bereits in seinen Zwanzigern verfasste. Das Manuskript reihte sich jedoch in die Reihe nicht beendeter Werke Kändlers mit ein. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Essen suchte er das Manuskript, fand es jedoch nicht mehr in seinen Unterlagen. „Da ich aber noch alle Personen und diverse Passagen im Kopf hatte, probierte ich es einfach, die Geschichte wieder aufzuschreiben“, sagte Kändler und bezeichnete die Geschichte als zweites Jugendwerk.

Für die Lesung holte er sich weibliche Unterstützung ins Boot: Alix Dudel las einen Großteil der Passagen, während Ellen Kienhorst die Szenen am Cello musikalisch untermalte. Dudels dunkle und dennoch warme Stimme harmonierte perfekt mit den eher tiefen Tönen des Cellos.

Die männliche Hauptfigur des Buches, Pierre de Mont, arbeitet als Urlaubsvertretung für den Postboten Werner Sonnenbein. Dieser warnt ihn vor der seltsamen Missis Jö, an deren Tür man auch dann klingeln müsse, wenn man keine Post für sie dabei hat. De Mont betritt ihr Haus mit einem mulmigen Gefühl. Das einsetzende Cellospiel von Ellen Kienhorst unterstützt die unheimlich wirkende Erzählung mit dunklen und schnellen Tönen, die sich mit leichten, zaghaft angeschlagenen Celloklängen abwechseln. Das Cellospiel von Kienhorst wirkt zwischenzeitlich geradezu ekstatisch.

Passend zu de Monts Streifzug durch Missis Jös Mietshaus erklingen wieder ruhigere und sanftere Töne. Auch die Begegnung de Monts mit Missis Jö erfüllt nicht die von Werner Sonnenbein beschriebenen Erwartungen. Es ist ihr Sohn Pierre, der als bekennender Nudist für Furore in der Geschichte sorgt.

Friedhelm Kändler, Alix Dudel und Ellen Kienhorst begrüßten die intime Atmosphäre des Galerie-Cafés in der „Alten Polizei“. Die vergleichsweise geringe Besucherzahl ermöglichte es den drei Künstlern, sich während der Pause und nach der Lesung ausreichend Zeit für die Fragen und Anregungen der Besucher zu nehmen.

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