Nicht nur die „angenehme Arbeitsatmosphäre“ lockte die 20 Mitglieder des Pädagogen-Jazzensembles, der Lehrer Big-Band des Landesmusikrates Niedersachsen, zum Proben- und Konzertwochende nach Stadthagen. Orchester-Chef Bernhard Mergner wollte auch zum Jubiläum – die Jazzer treffen sich zum zehnten Mal in Stadthagen – „Danke“ sagen, für das Engagement von Andreas Meyer. Dieser ist selbst Bassist bei den Pädagogen, aber in der Hauptsache ein unermüdlicher Motor der musikalischen Arbeit im Ratsgymnasium. Jemand, so sagte der hannoversche Professor, der „Funken überspringen“ lasse.
Wie dieses im musikalischen Sinn funktioniert, demonstrierten die Lehrer zunächst mit einer tiefen, musikalischen Verbeugung vor dem Bandleader des Swing, Count Basie, „die swingendste Band ever“ (Mergener). Sie zauberten trotz aller mathematisch-musikalisch erforderlichen Exaktheit die in der Musik verborgene unendliche Lässigkeit des Seins auf die Bühne und ließen jede Menge musikalische Funken in die Stuhlreihen überspringen.
Mit zwei „Originals“ spielte die Band Eigenkompositionen ihrer Mitglieder, Andreas Meyer steuerte „Bob Be Bob bei, Jan Kröncke „Kluck Mop“, bevor (Basies) „Tribute“ für Duke Ellington erklang.
Meyers Stadthäger Big Band präsentierte sich verstärkt von vielen Ehemaligen – zum Teil inzwischen selbst Musiker – und starken Stimmen: Luisa Liebens, die „How about you“ und „Everything“ eindrucksvoll interpretierte. Solist Felix Grossmann stand am Anfang mit „Hello“ im Mittelpunkt, einer passenden Begrüßung, die Meyer für sein Orchester ausgesucht hatte.
Und passend zum „Zehnjährigen“ holte die Big Band drei Evergreen aus der Kiste. Mit dem „Nimbus“ (Russell Ferrants), den „Stolen Moments“ (Oliver Nelson) und der Jazz-Hymne „Spain“ (Chick Corea) standen frisch aufpolierte Band-Klassiker auf der Agenda. Sie verrieten viel von der inzwischen unverwechselbaren Musiksprache der Stadthäger Big Band. „Feeling Good“ hieß es im „funkensprühenden“ Finale, bevor das Ensemble mit Felix Grossmann (Vocal und Posaune) „Murphys Gesetz“ (Roger Cicero) noch schwungvoll als Zugabe beschwor.
Jan Peter Wiborg
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