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Klänge für Herz und Gemüt

Bad Nenndorf / Konzert Klänge für Herz und Gemüt

Über Publikumsmangel musste sich der Rintelner Kreiskantor Wolfgang Westphal am Samstagabend bei seiner Orgel-Nachtmusik nicht beklagen, denn die Fangemeinschaft im Gotteshaus war groß.

Bad Nenndorf (dis). Einleitend ging dem Solisten, dessen Frau Angelika ihm als mitdenkende Registrantin zur Seite stand, Bachs "Praeludium und Fuge e-moll" gespürvoll von den Händen und Füßen. Zur Freude der Anwesenden entwickelte er das Werk rhythmisch genau und in striktem Tempo. Auch Pachelbels "Freu dich sehr, o meine Seele" - ein Choral mit vier Variationen – trug der Spezialist in sich sehr stimmig und geschlossen vor. Zudem brachte er seinen angenehm timbrierten Bass-Bariton mit ein. In Mozarts "Ave verum Corpus" schlug der Künstler ganz andere Töne an und gab diesem getragenen Opus besonderen Reiz. Geläufig modellierte er anschließend Faurés zart ausgeleuchtetes Gebet "Pie Jesu".

Außerdem konfrontierte der Virtuose das Auditorium mit von Heinrich Hoffmanns (1842-1902) apart angelegtem "On the Lake" sowie dem transparent-flüssig verabreichten, mit einer munteren Oberstimme versehenen "Soul Song" des Andrew Fletcher (1961). Westphal erwies sich als spieltechnisch souveräner Sachwalter, der die Register seines Instrumentes voll nutzte und damit ebenso markante wie licht-feine Wirkung erzielte. Auch Bachs 2. Satz "Andante" aus der "Triosonate in e" führte der versierte Spieler sehr stilvoll auf. Mit durchstrukturierter Artikulation offerierte er danach die facettenreiche "Fantasie g-moll" des brühmten Tonschöpfers. Die Raffinessen der Kompositionen malte Westphal plastisch aus. Prädikat: Sehr hörenswert! Die Gäste erlebten ein Konzert wie aus einem Guss, das selbstverständlich mit langem Beifall quittiert wurde.

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