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Kultur lokal Kurzweilige Weihnachtsklänge
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17:08 28.12.2012
Die „St. Martini Brass Band“ unterhält mit weihnachtlichen Klängen.  Quelle: han

Stadthagen (han). Mit einem furiosen Wachmacher stimmte das Ensemble sein Publikum auf das stimmungsvolle Konzert ein. Strahlend und majestätisch ertönte der „Hallelujah Chorus“ aus Händels Oratorium „Der Messias“.

Nicht weniger begeisterte das bekannt Adventslied „Nun komm, der Heiden Heiland“ in einem Arrangement des Niederländers Jakob de Haan. „Gaudete“, zu deutsch „Freuet euch“ heißt ein Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert. Arrangeur Rodney Newton fügte dem freudestrahlenden Bläsergesang eine besondere Note hinzu. Zum Schluss überraschte das Stück mit modern-rockigen Rhythmen. Eine vielgestaltige Choralfantasie präsentierte das Orchester mit „Christmas Day“ des englischen Komponisten Gustav Holst. Das abwechslungsreiche Werk unterhielt mit herber, eindringlicher Harmonik und seinem melodischen Reichtum.

Schwebend, geheimnisvoll, atmosphärisch -–so ließe sich der Song „Walking In The Air“ beschreiben. Die Komposition von Howard Blake stammt aus einem Zeichentrickfilm für Kinder. Die wundersame, schwerelose Musik ließ niemanden kalt.

Von einem sanften Schwung getragen war das heiter-coole „Sweet Gingerbread Man“ von Michael Legrand. Flott und charmant ertönte die putzige Melodie „Stop The Cavalry“. Das Kriegsprotestlied ist im englischen Sprachraum ein beliebter Weihnachts-Song.

Für seine Lesung wählte Pastor Wolf-Peter Koech die Erzählung „Das Paket des lieben Gottes“ von Berthold Brecht. Die Geschichte spielt vor rund hundert Jahren im winterlichen Chicago. Arbeitslose haben sich in einem warmen Café eingefunden, um nicht der bitteren Kälte ausgesetzt zu sein. Mit scherzhaften Weihnachtsgeschenken nehmen sie sich gegenseitig aufs Korn. Einer der Herren ist bekannt für seine Scheu vor der Polizei.
Die Gäste entnehmen einem Telefon die Seiten mit den Polizeiverzeichnissen, wickeln sie in Zeitungspapier ein und übergeben dem schweigsamen Mann das Paket. Sein Gesicht hellt sich auf, als er neugierig einen der Presseartikel studiert, der von einem aufgeklärten Kriminalfall berichtet. Es stellt sich heraus, dass er unter falschen Anschuldigungen gestanden hat und nun rehabilitiert ist. Die Geschichte endet mit dem Hinweis, dass Gott bei der Auswahl der Zeitungsseiten seine Hände im Spiel gehabt hat.

Mit lautstarkem Beifall dankte das Publikum für den kurzweiligen Konzertabend.