Frieder Korff hat die Geschichte der Rintelner Glashütte aus autobiografischer Sicht aufgeschrieben. Skamira
Kommt Ihr mal mit!’ ‚Wie heißt Ihr?’ oder ‚Was macht Ihr da?’“ Frieder Korff erinnert in seinem Buch an den Umgangston der Brüder Johann und Hermann Stoevesandt mit den Arbeitern. Immer seien diese von den Gründern und „Herren“ der Rintelner Glashütte in der zweiten Person Mehrzahl angesprochen worden. Und die „Herren“ seien – wurden sie angesprochen – einfach immer weiter gegangen und hätten dabei über die Schulter einige Worte fallen lassen.
Korff widmet dem „Miteinander in der Glashütte“ einige Seiten, beschreibt im ersten Kapitel den „Alltag auf der Hütte“, den Zusammenhalt der Arbeiter, die Wohnverhältnisse, das Frauenleben, die Trauerzüge, die Hühnerzucht. Im zweiten Kapitel berichtet Korff aus seiner eigenen Kindheit auf der Hütte, im dritten schließlich über die Arbeit in der Rintelner Glashütte.
119 Seiten umfasst das Werk, erschienen im Essener Verlag Klartext. Zahlreiche Fotos aus privaten Archiven ergänzen den Text.
Das zweite Kapitel war Ursprung des Buches. 2005 entschloss sich Frieder Korff, seine Biografie aufzuschreiben, die eng mit der Glashütte verbunden ist. Mehr als 40 Jahre hat Korff, geboren 1936 in Rinteln, auf der Hütte gearbeitet, zunächst als Maschinenglasmacher, nach einem Studium als diplomierter Glashüttentechniker. Zehn Jahre war Korff Gewerkschaftssekretär.
Für Korffs Aufzeichnungen interessierte sich das Westfälische Landesmuseum für Industriekultur, das die Petershagener Glashütte Gernheim in der achtziger Jahren als „lebendiges“ Museum herrichtete. Das Museum nahm sich Korffs Werk an, half bei Konzeption und Realisierung des heute vorliegendes Werkes. Museumsleiter Michael Funk und Kunsthistorikerin Katrin Holthaus sind Herausgeber.
Korff, der in Mittelbrink bei Niedernwöhren lebt, hat sein Wissen beim Instandsetzen des Museums Glashütte Gernheim eingesetzt. Dort liest er gemeinsam mit Enkeltochter Hannah (15) am Sonntag, 28. Februar, um 15 Uhr aus seinem Werk. sk