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Lebensgeschichte zwischen Schein und Sein

Kultur / Wilhelm Busch Lebensgeschichte zwischen Schein und Sein

Kein Ding sieht so aus, wie es ist. Am wenigsten der Mensch, dieser lederne Sack voller Kniffe und Pfiffe“ – mit diesem Zitat leitet Herbert Günther sein Werk „Der Versteckspieler – Die Lebensgeschichte des Wilhelm Busch“ ein, die jetzt als Hardcover im Verlag zu Klampen erschienen ist.

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Wilhelm Busch: Der Schöpfer der rabenschwarzen Bildergeschichten.

Quelle: pr.

Auf 296 Seiten nähert sich Günther anschaulich und mit kritischer Sympathie dem Leben eines der erfolgreichsten deutschen Humoristen, der viel mehr war als nur der Schöpfer von Max und Moritz. „Wilhelm Busch (1832 bis 1908), Schöpfer von rabenschwarzen, abgründigen Bildergeschichten, war schon zu Lebzeiten eine Legende“, schreibt der Verlag.

Während Günther das facettenreiche Leben von Busch dem Leser mit vielen Details ausbreitet, bietet er tiefe Einblicke in die Psyche, die Gedankenwelt des Humoristen, dessen Leben von Sein und Schein geprägt war und der eigentlich ein Maler, aber auch ein wenig ein Philosoph war. Er rückt die menschliche Seite Buschs in den Blickpunkt, die oft hinter dem Künstler Busch versteckt lag.

Die Lebensgeschichte spannt sich dabei von den Lausbubenstreichen mit seinen Freunden in Wiedensahl über die „Studentenromantik“ in Hannover, seinen Reisen nach Antwerpen, Buschs Neigung zu älteren Frauen und die Maler-Ausbildung in Düsseldorf.

Mit seinen Freunden hatte der junge Wilhelm eines gemeinsam, schreibt Günther: „Den festen, bedenkenlosen Blick, der aufs Erleben aus ist, aufs Ausprobieren und Machen, koste es, was es wolle.“ Busch sehnt sich nach Freiheit, außerhalb der häuslichen Enge und Strenge – „Behagliche Augenblicke. Die Eltern fehlen.“

Ausführlich geht Günther auf Buschs Träume und Sehnsüchte ein, auf den verletzlichen, sensibel-mürrischen und oft einsamen Menschen, der oftmals zwischen Anpassung und Revolte hin und hergerissen war. Ein Thema ist auch Buschs Verhältnis zu seinem Heimatort und den Menschen, die dort lebten. „Wiedensahl, das ausgemessene Fleckchen Erde, das Elternhaus, trotz allem bleibt es eine innere Instanz. Aber er hat sich nie wirklich dazugehörig gefühlt.“ Die Menschen im Dorf sind ihm „fremd geblieben, so wie auch er für sie ein Fremder war. Umso heftiger hat er sein Wiedensahl zur Idylle verklärt.“ Günther schreibt in diesem Zusammenhang von einem „Selbstbetrug, den beißenden Schmerz“, den er in sich vergraben hat.

Der Autor (Jahrgang 1947) ist gelernter Buchhändler und arbeitete zunächst als Lektor und Buchhändler. Seit 1988 lebt er als freier Schriftsteller in der Nähe von Göttingen. Heute schreibt und übersetzt er überwiegend Kinder- und Jugendbücher.

Weitere Informationen gibt es auf www.zuklampen.de. Das Buch ist zudem als E-Book erhältlich.

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