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Mit Geige, Klavier und Stimme brilliert

Bückeburg / IMAS- Abschlusskonzert Mit Geige, Klavier und Stimme brilliert

Kein Stuhl im mit herrlichen Blumenbouquets geschmückten Festsaal des Schlosses ist am Sonntag leer geblieben. Das Konzert zum Abschluss der 33. Arbeitsphase der Internationalen Musikakademie für Solisten (IMAS) in den Fächern Klavier, Violine und Gesang haben Musikfreunde aus dem In- und Umland nicht verpassen wollen. Gastgeberin war diesmal Fürstin Benita.

Bückeburg (dis). Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden Dr. Norman van Scherpenberg demonstrierten in bunter Reihenfolge elf Kursteilnehmer, was sie mit ihrem Dozenten Professor Bernd Goetzke (Klavier) und den Professoren Krzysztof Wegrzyn (Violine) und Rudolf Piernay (Gesang) sowie den Korrepetitoren Natsumi Ohno und Marcelo Amaral erarbeitet hatten.

Als Nachwuchs, der staunenswert mit den weißen und schwarzen Tasten umzugehen wusste, outete sich Goetzkes Pianistengarde. Schöne Momente glückten Boya Zheng gleich zum Start mit Chopins “Ballade Nr. 1 g-Moll”, op. 23, die sie mal zart, mal mit Charisma und Unmittelbarkeit interpretierte. Sichtbar stolz machte der achtjährige Florian Albrecht später vor, wie man Schumanns “Träumerei” bereits in so jungen Jahren farbig und hingebungsvoll vorführen kann. Die um einige Jahre erfahrenere Valeriya Myrosh zeigte bei Schumanns “Allegro h-moll, op. 8” ein nahezu perfekt ausgereiftes Spiel, und zu besonders schönen Momenten verhalf Sarah Soyeon Kim mit von ihr ideenreich ausgependelten “Variations sérieuses d-moll”, op 54. von Mendelssohn-Bartholdys. Dafür gab´s sogar einige Bravorufe.

Die Sympathie des Publikums sicherte sich darüber hinaus die Violinistin Maja Syrnicka, indem sie Szymanowskis sehr modern klingende “La Fontaine d´Áréthuse” mit der nötigen Kraft und Konzentration detailreich auslotete. Raffiniert intonierte später die 14-jährige Martina Miedl Sarasates immer wieder zündende “Habanera”, und Elisabeth Gebhardt setzte die wieselflinken Passagen in Witold Lutoslawskis emotionsreichem “Subito” für Violine solo gekonnt in Szene. Das musikalische Knistern in der Luft steigerte sich noch, als Yulia Kopylova Szymanowskis heikle “Notturno und Tarantella”, op 28, effekt- und temperamentvoll zu Gehör brachte. Da hatte man kaum eine andere Wahl, als sich mitreißen zu lassen.

Seinen modulationsfähigen Bassbariton wusste zwischendurch Yongmin Yoon in vier Teilen aus Schumanns “Liederkreis op 39” ins rechte Licht zu rücken. Schon vorher hatte der mit wohltimbrierten Bassbariton ausgestattete Dionysios Tsaousidis das Geschehen belebt, indem er Carl Loewes “Der Nöck” ansprechend deklamierte. Was die Vokalisten betrifft, profilierte sich da außerdem Sopranistin Eunju Kwon, die mit kultiviertem, schönen Ton die “Vier Lieder der Mignon” von Hugo Wolf nahebrachte. Zum Schluss stellte sich ausgiebiger Beifall ein, der auch den vielfach geforderten Korrepetitoren galt.

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