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Bückeburg / Duo Kontrabass

Mit Stil und Schwung


Der Kontrabassist Nabel Shehata ist ein vielseitiger Musiker. Seine Interpretationen machen aufgrund der stilistischen Sicherheit, mit der er die Literatur von Bach, Bottesini bis Bruch durchmisst, staunen. Und wenn solch Könner noch eine so ideale Klavierbegleiterin wie Katharina Sellheim zur Seite steht, dann musste die Veranstaltung des Kulturvereins am Sonntag im Staatsarchiv ein musikalisches Ereignis werden.

Bückeburg (dis). Das Duo eröffnete den Abend mit Bachs “Gambensonate Nr. 2, D-Dur”, BWV 1028. Shehata ging es dabei um den eleganten Schliff genau so wie um die Tiefendimension. Sein Spiel mutete druckvoll sowie leidenschaftlich an und konnte auch sehr sinnlichen sein, was besonders dem Adagio und Andante dieses Bach-Werkes zugute kam. Klar konturiert gesellten sich die raschen Sätze dazu. Die klangschöne Pianogestaltung war eine ideale Ergänzung. Danach widmeten sich die Künstler dem Adagio nach hebräischen Melodien “Kol Nidrei op. 47” für Cello und Orchester von Max Bruch - in der Cello- und Orchester- Bearbeitung Andrew Loyd Webbers - außerhalb jeglicher Schablone. Dieses sehr sangliche Versöhnungsgebet erschien trotz großer Gefühlsbetonung zu keiner Sekunde überdehnt.

Die musikalische Reise führte dann zu Verdi-Freund Giovanni Bottesini, einem sehr erfolgreichen Komponisten und Kontrabassisten, dessen aparte Fantasie über “La Sonnambula” von Vincenzo Bellini aufhorchen ließ. Pointierter, zarter Cellogesang traf in diesem melodienfreudigen Opus auf hurtige, schwungvolle Flügelattacken. Die virtuosen Raffinessen, die Sellheim und Shehata wirkungsvoll auf ihre Instrumente übertrugen, ernteten starken Applaus. Um so versonnener brachte das Paar später das Adagio  aus Schumanns opus 70 nahe, das von zupackender Agilität im Allegro abgelöst wurde. Konzentriert schuf Sellheim zum Finale unter anderem in dem Adagio von Schuberts  “Arpeggione-Sonate” eine Aura, in die hinein der Kontrabassist seinen herrlich strömenden Themengesang platzierte. Dieser von Strahlkraft geprägte Programmschluss und die zugegebene flinke “Walzer -Miniature” Serge Koussevitzkys rundeten die heftig beklatschte Aufführung ab.

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