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„Musik zur Einkehr“ gefällt im Refektorium

Loccum / Konzert „Musik zur Einkehr“ gefällt im Refektorium

Mit der Zugabe von Pietro Nardinis Andante Legato endete ein stimmungvolles Einkehr-Konzert der Mindener Formation „San Simeone“ im Refektorium des Klosters Loccum.

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Das Streichquartett gefällt in Loccum. © pr.

Loccum (dis). Es gastierte Cellistin Insa Dreismann, die aus ihrer Tätigkeit am Bückeburger Adolfinum vielen noch in guter Erinnerung ist. Auch Erdmann Fricke, der die zweite Geige spielte, kennt sich in Schaumburger Gefilden aus, denn er hat sich etliche Jahre für die musischen Belange am Stadthäger Ratsgymnasium eingesetzt.

Einstiger Geigenlehrer Frickes sowie dessen Partnerin Silke Reinkensmeier (erste Violine) war Rainer Winkler, der an diesem Abend als Bratschist ebenfalls mitwirkte. Auf der Basis guter Technik und Harmonie untereinander entwickelte sich zwischen dem Ensemble ein Klima des Kommunizierens, das zum freudigen Zuhören zwang.
Das eingangs offerierte Streichquartett von Pietro Nardini, der 1722 in Livorno das Licht der Welt erblickte und 1793 die Erde wieder verlassen musste, gefiel im Allegro – Andante Legato durch Anmut und Beschwingtheit zugleich.

Dank des geschmeidigen Flusses ihres Spiels gelang den Interpreten, das mal lieblich sanfte, dann wieder fröhliche Gewebe klanglich ansprechend zu entschlüsseln. Auch im Streichquartett A-Dur aus der Feder des 1732 in Leipzig geborenen und 1795 in Bückeburg verstorbenen Johann Christoph Friedrich Bach arbeitete die Crew mit weichem edlen Ton. Sie verlieh dem vielschichtigen Allegretto, einem melodischen Andante sowie dem an höfische Tänze erinnernden Tempo di Minuetto phantasievolle Farbvaleurs.

Bei Haydns Streichquartett op. 20, Nr. 4 – beileibe kein einfaches Werk – holten die vier Musiker später alles aus dem Klassiker heraus, was an ernster Grundhaltung und Konflikthaftigkeit in den ersten beiden Sätzen, aber zudem an bodenständiger Diesseitigkeit im Finale steckt. Die apart auskalkulierten Variationen des Adagios mit dem rhythmisch-zigeunerisch zugespitzten Menuetto und dem effektvoll hingelegten Scherzando des Finales verfehlten ihre Wirkung nicht.

Der als Dank für den anhaltenden Applaus wiederholte langsame Satz aus Nardinis G-Dur-Opus beschloss die Vortragsreihe sanft.

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