Rinteln (dis). Angespornt von ihrem agilen Dirigenten, der die Klänge förmlich nachzuleben schien, servierten die Musiker das Programm mit freudvollem Gusto. Eingeleitet wurde der bunte Reigen mit Mozarts gewichtiger „Jupiter-Sinfonie“. Dank engagiertem, feinnervigen Spiels gelangte die C-Dur-Sinfonie, KV.551, zu schöner Blüte. Vom stilistischen Ansatz her trafen die Instrumentalisten genau den goldenen Mittelweg zwischen „klassischer“ Ausgeglichenheit und dramatischer Ausdrucks-Intensität. Mozarts Meisterwerk enthält durchaus beide Aspekte. Und diese jeweils im geeigneten Augenblick hervorzuheben, bedeutete viel Gespür. Apropos Gespür: An Mozart kann man alles hören, dessen scheinbar schlichten Stücke sind musikalische Herausforderungen und verlangen absolute technische Genauigkeit. Eine Ausflucht in blendende Virtuosität gibt es nicht. Der heitere „Götterliebling“ galt als gnadenloser Prüfer.
Von Westphal präzise gesetzte Akzente verliehen nach der Pause Klängen des Johann und des Josef Strauß mitreißende Elastizität. Nicht als Aufwärmübung, sondern mit den unterschiedlichsten Tempi und Stimmungen ging´s bei Johanns Fledermaus-Ouvertüre gleich in die Vollen. In diese frohgemute Atmosphäre fügte sich dann Josefs zackig-flotte, durch Peitschenknall und Glöckchenklang noch aufgepeppte Winterlust-Polka, die Westphal zu einer launigen Schlittenfahrt umdisponierte. Der zwischen Melancholie, Sinnlichkeit und Lebensfreude pendelnde „Schneeglöckchen“-Walzer des Johann kam anschließend gerade richtig.
Als originelle Weiterführung reihte sich Josefs wieselschnelle „Eislauf“-Polka an, für die sich Johann später mit der zackigen Polka „Leichtes Blut“ revanchierte. Streicheleinheiten für´s Gemüt lieferte der besonders durch weiche Cellotöne noch verschönerte sinfonische „Kaiserwalzer“, der unter dem Titel „Hand in Hand“ 1889 in Berlin seine Uraufführung erlebte. Die Schaumburger zeigten sich von ihrer applausfreudigsten Seite und wurden dafür mit dem Donauwalzer und dem „Radetzky-Marsch“ belohnt.
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