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Neue Teile im spannenden Puzzle um „Hus Aren“

Landkreis / Vortrag im „Hofcafé Peetzen 10“ Neue Teile im spannenden Puzzle um „Hus Aren“

Eine Grabung erscheint möglich, ein minimalinvasiver Eingriff wahrscheinlich. Zumindest mit Schnitten oder Kernbohrungen wollen Archäologen einigen unter dem Burghügel verborgenen Geheimnissen von „Hus Aren“ am südöstlichen Rand des Dorfes Nordholz bei Bückeburg auf die Spur kommen.

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Würden gerne weitere weitere Fragen im Zusammenhang mit „Hus Aren“ klären: Jens Berthold (links) und Henning Haßmann.

Quelle: jpw

Landkreis (jpw). „Es ist mit einem ärztlichen Befund vergleichbar“,  schilderte der niedersächsische Landesarchäologe Henning Haßmann vor mehr als 80 Besuchern auf der übervollen Diele im „Hofcafé Peetzen 10“ in Petzen. „Wir wissen, da ist etwas und müssen nun nachschauen.“

Was „da“ ist – die Zusammenfassung einiger Laiengrabungen der Vergangenheit in Kombination mit spärlichen Quellen über die doch kurze Existenz der Burg der Edelherren von Arnheim im 13. Jahrhundert – hat Hans-Wilhelm Heine bereits ausführlich schriftlich niedergelegt. Der niedersächsische Burgenexperte aus dem Landesamt für Denkmalpflege wollte auch in Petzen eigentlich mit einer einordnenden Übersicht über die Burgenlandschaft Schaumburg den Rahmen schaffen, musste aber krankheitsbedingt absagen. So übernahm Haßmann, vor allen Dingen aber der Kommunalarchäologe Jens Berthold, zusätzlich noch den Heine’schen Part.

Berthold ist es, der in Verbindung mit Fachkollegen, zum Beispiel Tobias Gärtner (aus Niedernwöhren) von der Uni Regensburg, oder auch Fachfirmen wie „Eastern Atlas“ aus Berlin, seine Erkenntnisse und Aufschlüsse aus neueren Untersuchungsmethoden zusammenführt.

Mögliche Reste von Umfassungsmauern und  Ofenanlagen interpretiert der Verfechter einer forschungsorientierten Denkmalpflege aus den bunten Bildern heraus, die er als Resultat geomagnetischer Untersuchungen an die Leinwand projiziert.

Eine „poligonale Struktur“, wohl die ehemaligen Gartenanlagen, sind neben Gräben zu erkennen.  Neu ist, dass offenbar klar die Grundrisse einer Burg mit Vorburg zu identifizieren sind. So nebenbei entzaubert er ältere Thesen („Opfersteine“), die bis heute in der Bückeburger Stadtgeschichte herumspuken.

Mit Hilfe der interdisziplinären Zusammenarbeit, die auch eine Reliefvermessung mit einschließt, ist es nach den Worten Bertholds erstmals gelungen, „eine vernünftige Karte von der Anlage zu erstellen“.  Vom Blick „unter den Boden“ hätte sich Berthold persönlich „noch ein wenig mehr versprochen“. Aber es sei gelungen, „einige kleinere Strukturen zu erkennen“.

Berthold fügt dem spannenden Puzzle um „Hus Aren“ einige weitere Teile hinzu. Zumindest Mit einer ersten Ideenskizze hatte Heine von der Vorgängerburg der Bückeburg eine erste Vorstellung der Archäologen im Computer erstehen lassen.

Der Befund liegt vor. Weitere Aufschlüsse werden vom nächsten Schritt, dem minimalinvasiven Nachschauen, erwartet.

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