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Kultur lokal Paul Kuhn fesselt mit Charme und Coolness
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21:08 24.02.2012
Begeistern in der Bad Nenndorfer Wandelhalle: Thomas Cremer (von links), Gaby Goldberg, Martin Gjakonovski und Paul Kuhn. Quelle: han
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Bad Nenndorf (han)

Die Jazz-Legende begeisterte vom ersten Takt an. Weitschweifigkeit und üppiger Zierrat sind nicht Kuhns Fall. Sein swingender Klavierton besticht durch Transparenz und Konzentration auf das Wesentliche, er verströmt Coolness und Weltläufigkeit. Die Zuhörer wussten diesen Stil zu schätzen, immer wieder brandete lautstarker Beifall auf.

 Auch seine charmanten, launigen Moderationen verfehlten ihre Wirkung nicht. „Ich werde etwas singen, es lässt sich nicht vermeiden.“ Mit sonorer Stimme und sanftem Schwung gab er den Frank Sinatra-Song „It happened in Monterey“ zum Besten. Ebenso lässig erklang „Come Fly with Me“.

 Mit aktuellen Melodien konnte Kuhn nicht aufwarten. „Die meisten Stücke sind etwas älter.“ Auf keinen Fall jünger als 20 bis 30 Jahre dürften die Lieder sein, erläuterte der Pianist seine Auswahl. Dennoch hatten die drei Instrumentalisten einige hübsche musikalische Überraschungen im Gepäck. „The girl next door“, ursprünglich ein Walzer, erschallte in einem temperamentvollen, lateinamerikanisch anmutenden Klanggewand.

 Zackig, flott und ohne Umschweife kam das Stück „Move“ daher. Eine erfreuliche Entdeckung war der Song „Sweet Georgie Fame“ aus der Feder von Blossom Dearie, eine Verneigung vor dem englischen Rhythm and Blues-Musiker Georgie Fame. Gjakonovski glänzte mit einem formidablen Kontrabasssolo.

 Goldberg faszinierte mit ihrem charaktervollen, ausdrucksstarken Timbre. Dem bekannten Gershwin-Klassiker „Someone to Watch Over Me“ drückte sie ihren eigenen Stempel auf, viele feine Schattierungen und Nuancen gab es zu entdecken. „Keiner begleitet so gut wie Paul Kuhn“, lobte die Sängerin. Gemeinsam mit dem 83-Jährigen sang sie das wundervolle „Isn’t this a lovely Day“. Mit lautstarkem Beifall dankte das Publikum für den kurzweiligen Konzertabend.han

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