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Pointierte Schimpftiraden

Stadthagen / Pispers zu Gast Pointierte Schimpftiraden

Was ist ein anderes Wort für Journalist? „Hirnzwerg.“ Welches Synonym passt für Merkel? „Inhaltsloses Phrasenschweinchen.“ Rösler? „Promovierter Eierkrauler.“ Parteien? „Scheißehaufen.“ Banker? „Perverse, Finanzarschlöcher, Schmarotzerpack, Abzocker.“

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Volker Pispers amüsiert mit pointierten Schimpfkanonaden.

Quelle: han

Von Carsten Hanke. Keine Frage, Volker Pispers kann austeilen, das hat er am Vorabend der Bundestagswahl in der ausverkauften Aula des Ratsgymnasiums bewiesen. Das Publikum liebte den Kabarettisten und klatschte und lachte zu fast jeder Schimpftirade.

 Rente, Islam, Politik, Finanzwirtschaft, Schuldenkrise, Klimawandel: Zu allerlei Themen ließ Pispers sich aus. Zornige, detailversessene Analysen wechselten sich ab mit launigen Pointen, die Spaß machen, aber nicht viel neue Erkenntnis bieten. Beispiel? „Claudia Roth ist eine Frau, die man kein Schiff taufen lässt, weil sie die Flasche nicht loslassen kann.“ Gelächter. „Na wegen dem Pfand. Was hatten Sie denn gedacht?“

 Es überwog der Zorn. Was bringt den fernsehbekannten Humoristen am meisten auf die Palme? Schwer zu sagen. Auf den vorderen Plätzen liegen Merkel, Journalismus, Parteien, das Zinssystem und die Sozialdemokratie. Ein paar zentrale Thesen lauten: Wachstum brauche man nur für die Zinsen. Diese müssen von den „kleinen Leuten“ in der „Tretmühle“ erwirtschaftet werden. Die fünf Blockparteien vertreten nicht die Interessen der Mehrheit. Behilflich bei der „Volksverarsche“ seien die Medien, die sich oft in den Händen weniger reicher Familien befänden. Die „arschkriechenden Sozialdemokraten“ seien zu Mehrheitsbeschaffern der Kanzlerin verkommen („Die feigen Sozen müssen aufpassen, dass sie früh genug an den Arsch von Merkel rankommen, denn die Grünen sind auch ganz flutschig geworden“). Die Deutschen lieben keine Experimente, dafür Geschlossenheit, Konsens, Merkel. Demokratische Streitkultur sei nicht ihr Ding. In den USA könne man den Kapitalismus im Endstadium besichtigen („ein Feudalsystem“). Die EZB solle das Geld à la Japan und USA für null Prozent Zins verleihen. Die Hilfsmilliarden müssten direkt von der EZB an die Griechen gehen, und nicht über den (profitablen) Umweg der Geschäftsbanken.

 Das Publikum bekräftigte die dreistündige Schimpfkanonade mit viel Beifall, Lachern, Zwischenrufen. Als Pispers jedoch anfing, Piratenpartei und Linke zu loben, wurde der Applaus verhaltener. Beim Appell, den Sozialismus neu zu überdenken, klatschten nur noch ein paar Stuhlreihen.

VolkerPispers - Bis Neulich - Ratsgymnasium Stadthagen am 21.09.2013

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