Rinteln (dis). Nicht nur äußerlich hat der amerikanische Lebensstil längst auch bei uns seine Spuren hinterlassen. So war es kein Wunder, dass die für die USA so typischen Motive in der Komödie des Erfolgsautors vielen Gästen geradezu vertraut erscheinen mussten. Und dass der Erfolg des Stückes ungebrochen bleibt, ist sicher nicht zuletzt auf Simons Idee zurückzuführen, die bis dato der Damenwelt zugedachte Putz- und Kochmanie an einem Mann vorzustellen.
Katja Wolff kümmerte sich in ihrer Einstudierung um die unterschwelligen Bosheiten des Autors genauso wie um die drastischen Effekte, die eine Lebensgemeinschaft zweier sehr unterschiedlicher Herren mit sich bringt. Dazu gab das stimmige Bühnbild von Jan Freese den passenden Rahmen.
Pralle Lust am heimlich genossenen Tohuwabohu kam in den Männerrunden auf, und attraktiver Besuch in Gestalt von zwei temperamentvollen “Spanierinnen” aus dem Obergeschoss (Mirjam Radovic/ Katja Götz) stellte sich ab und an auch ein. So wurde der Raum einer vorübergehenden Zwangsgemeinschaft mit dem schlampigen Hausherrn Oscar und dem peniblen, von seiner Gattin rausgeschmissenen Felix personell reichlich genutzt.
Die jeweiligen Verschrobenheiten der Figuren hätten nicht kontrastvoller aneinander explodieren können. Als ausgestoßener Familienvater gab Heinrich Schafmeister der sprunghaft wechselnden Exzentrik seiner Rolle jenen heimtückischen Witz, der die Zuschauer selbst über Trauriges noch schmunzeln ließ. Leonard Lansink war ein liebenswerter Chaot, der seinem Part viel Raum zur Entfaltung gab. Aber auch die Pokerrunde mit Dietmar Pröll, Joachim Kwasny und Marcus Born konnte überzeugen. Die Rintelner und Zugereisten fühlten sich gut unterhalten und sparten nicht mit Applaus.
SN-Online.de Anmeldung
