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Kultur lokal „Saufen, Reisen, Lovestorys“
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06:15 24.04.2012
„The Moorings“ begeistern im Kesselhaus Lauenau. Quelle: han
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Rappelvoll war das Künstleratelier von Thomas Ritter und Susann Karsthof am Freitagabend. Vom ersten Takt an war die Stimmung überschäumend, obwohl zum Auftakt eher gemächliche Songs ertönten. Die fünfköpfige Kombo kombiniert Irish Folk mit Punkrock – und trifft damit offenbar einen Publikumsnerv. In der zweiten Konzerthälfte gab es Eigenkompositionen zu hören. Sänger Denis Jelly fesselte mit seinem rauhen, ausdrucksstarken Timbre. Begleitet wurde er von Bassist Matthieu Renaudet, Nicky Redtop (Banjo), Anne-Sophie Golé (Flöte, Violine) und Sam Klein (Schlagzeug). In der jetzigen Besetzung gibt es die Band seit zwei Jahren, die Musiker sind zwischen 27 und 33 Jahre alt.

„Saufen, Reisen, Lovestorys“, fasst Renaudet das Themenspektrum der Songs zusammen. Eine überschwängliche Partyhymne ist „20 Something“. Allzu viel Tiefsinn darf man in den Liedzeilen nicht suchen, was der Sache keinen Abbruch tut. „Das Stück handelt vom Gefühl des Jungseins, das man sich immer erhalten soll“, erklärte Redtop, der einige Songtexte verfasst hat. „Versuche, Partys zu feiern, als ob du immer 20 Jahre alt wärst“, lautet die Aufforderung des Songs. Die Gäste im Kesselhaus ließen sich nicht lange bitten.

Etwas ernster ging es in dem Lied „Working class hero“ zu. Jelly sang von Fabrikarbeitern, die ihr Leben lang hart schuften, jedoch das Zeitliche segnen, noch bevor sie ihren Ruhestand genießen können. In „Away from home“ bekämpft ein Mann sein Heimweh mit Alkohol. Um die Liebe zu einer Hure geht es in dem Song „Broken“. „Posy of Lily“ lautet der Titel eines weiteres Stücks, er handelt von einem Kerl, der sich bei seiner Freundin entschuldigt, weil er sich wie ein Idiot benommen hat. Mit „Friendship“ besingen  „The Moorings“ ihre Freundschaft zu der ungarischen Band „Paddy and the Rats“, mit der sie gemeinsam auf Tournee gegangen sind. Rau und authentisch, kraftvoll und turbulent kamen die feuchtfröhlichen Songs daher. Das restlos begeisterte Publikum dankte mit frenetischem Beifall.

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