Fauchende Dampflocks begleiteten die Fahrt mit Balladen, Songs und Blues, gaben den Takt vor für eine Reise in einem Land Amerika, das unbegrenzt schien und Ziel vieler Sehnsüchte .
Richie Arndt covert mit seinem Gesang nicht, mit seinen Gitarren auch nicht. Jedes Stück aus seinem Album „Train Stories“ verrät eigene, oft rockige Prägung. Klassiker aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, wie „Midnight-Special“ – mit Unmengen von Reisekilometern versehen – klingen wie „Richie Arndt & Friends“.
Die ganz Großen wie Lennon/Mc Cartney „One after 9:09“ nimmt er respektvoll zur Inspiration. Droht er, ihnen doch einmal gefährlich nahe zu kommen, schickt er einfach Kellie Rucker vor, ein klingender Name in der internationalen Blues-Szene.
Unglaubliche Bühnen-Präsenz zeichnet die 1,52 Meter lange Amerikanerin aus, sie meistert gesanglich nicht nur Elvis Presley und andere, sie beherrscht außerdem virtuos ihre Mundharmonika
Zu Arndts Freunden gehört seit 1976 auch George Kochbeck, sozusagen Gastgeber und Stationsvorsteher in der „Kleinen Freiheit“. Und der Wiedenbrügger lässt bei seinem Heimspiel hören, warum er seit langer Zeit zu den besten Keyboardern Deutschlands gezählt wird. Arndt fordert ihn, wie er sagt – Kochbeck begeistert, entwickelt Töne und Atmosphären als Basis, Hintergrund und Motive für variierende Reiseziele.
Gemeinsam mit Jens-Ullrich Handreka (elektrischer und akustischer Bass) und Frank Boestfleisch (Schlagzeug, Percussion und Gesang) reisen Arndt, Kochbeck und Rucker zwischen den Stilen, immer in der Nähe der Ursprünge der heutigen Blues- Jazz- und Weltmusik.
Nur in einem Punkt hat Arndt Unrecht: Es bedurfte keiner „Kulturbesessenheit“, mitten in der Woche in die „Kleine Freiheit“ zu kommen, wie es viele taten und begeistert wieder gingen: Liebe zu intensiver, ehrlicher und zuweilen wohltuend lauter Musik reicht. jpw
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