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Schülerin entwickelt preisgekrönte Musik-Software

Buchholz / „Jugend Forscht“-Siegerin Anna-Lena Kruse Schülerin entwickelt preisgekrönte Musik-Software

Mozart und Schönberg hatten es, Schumann hingegen nicht. Wer über ein absolutes Gehör verfügt, dem fällt es nicht allzu schwer, Musik zu notieren. Die Mehrheit der „normal“ Hörenden tut sich oft schwer damit, komplexe Melodien in Notentext zu verwandeln.

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Anna-Lena Kruse

Buchholz (han). Anna-Lena Kruse hingegen schafft das in wenigen Augenblicken, allerdings nicht ohne fremde Hilfe. Die Gymnasiastin am Bückeburger Adolfinum hat ihrem Computer quasi das absolute Hören beigebracht. Die von ihr entwickelte Software hat beim Wettbewerb „Jugend forscht“ viel Aufsehen erregt, auf Regionalebene gab es den Ersten Preis, auf Landesebene reichte es immerhin für den zweiten Rang (wir berichteten).

Kruse begeistert sich für Musik ebenso wie für Computertechnik und Naturwissenschaften. Sie mag Filmmusik und Heavy Metal, zu ihren klassischen Lieblingskomponisten zählen Bach, Beethoven und Orff. Im Schulorchester spielt sie Klavier, vor einem Jahr begann sie, Cello zu lernen.

Beim spontanen Musizieren sind nicht immer Noten parat, und das Transkribieren von Tonaufnahmen ist der angehenden Abiturientin zu aufwändig. Kurzerhand war die Idee geboren, eine Software mit dieser Aufgabe zu betrauen. Kruse verwendete die Programmiersprache Java sowie das Computerprogramm „LabView“, eine Art Programmier-Hilfe für Wissenschaftler, Informatiker und Ingenieure.

Nach einem halben Jahr intensiver Arbeit fütterte Kruse die Software mit der Tonaufnahme einer berühmten Beethoven-Melodie, allerdings einstimmig, ohne Begleitung. Der Computer generierte den Notentext und spielte diesen ab. Es erklang unverkennbar „Für Elise“. Einzig die fehlenden Taktstriche und ein paar geringe rhythmische Ungenauigkeiten unterschieden die „Interpretation“ des Computers vom Original des Bonner Meisters.

Mittels der Fourier-Analyse, einem mathematischen Verfahren, zerlegt die Software das „Tonwirrwarr“ in einzelne Frequenzen. Probleme bereiteten anfangs die tiefen Töne, die das System nicht genau identifizieren konnte, inzwischen hat Kruse die Anwendung optimiert. Eine ebenso große Herausforderung war die Analyse des Rhythmus. Mittlerweile hat das Programm dazugelernt und kann den Klangzeitpunkt ermitteln.

„Ausgereift ist die Software noch nicht“, sagt Kruse, die sich noch viel vorgenommen hat. Die Buchholzerin will dem Computer beibringen, Taktstriche zu setzen, unterschiedliche Instrumente zu erkennen und mehrstimmige Stücke zu analysieren. Momentan hat die 18-Jährige allerdings nicht viel Zeit, denn im Mai stehen die mündlichen Abiturprüfungen an. Im Herbst will sie sich für das Studium der Physik einschreiben

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