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Schütte-Chor glänzend aufgelegt

Bückeburg / Konzert Schütte-Chor glänzend aufgelegt

Die ganze Bandbreite seines Könnens hat der Schütte-Chor am späten Sonntagnachmittag bei einem Wohltätigkeitskonzert für die Awo-Stiftung Schaumburg im dicht besetzten Palais aufs Schönste gezeigt.

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Der Schütte-Chor zeigt die Bandbreite seines Können.

Bückeburg. Bevor die Vokalisten bei ihren abwechslungsreichen Darbietungen die unterschiedlichen musikalischen Wege beschritten, sprach die Vorsitzende der Awo-Stiftung Schaumburg, Helma Hartmann-Grolm, Jürgen Schütte und dessen Formation herzliche Dankesworte für deren großzügige Unterstützung aus.

 Einseitigkeit und verbohrtes Spezialistentum sind dem herausragenden Ensemble von jeher Fremdworte gewesen, und so bot es wiederum einen bunten Strauß an Melodien unterschiedlicher Epochen und aus vielen Ländern. Außer einer umfassenden Stimmbildung und der Erziehung zur perfekten Intonation war es eine ausdrucksstarke und dabei werkgerechte Gestaltung, die Schütte mit seiner Formation herausarbeitete. Die Besucher wurden Ohrenzeugen durchdachter Interpretationen. Das abgenutzte Wort „schön“ bleibt da immer noch die treffendste Beschreibung für einen Mischklang, der samtweich und sauber das sowohl melancholische als auch heitere Lebensgefühl einfing.

 Neben dem Musikalischen stand für Schütte auch der Text im Vordergrund. Der subtil austarierte Gesamtklang und die homogen verschmelzenden Organe waren dazu angetan, das Zuhören zu einer überaus angenehmen Angelegenheit zu machen. Mit Feingefühl nahm sich die Truppe nach Frühlingsweisen drei Löns-Liedern an, kostete „All mein Gedanken“ von Johannes Brahms klangvoll aus und wusste das mittelalterliche „Chume, Geselle min“ melodisch aufzufächern. Die Transparenz und die Staffelung in den unterschiedlichen Sätzen trugen ihren Teil dazu bei, dass „Come again“ sowie „Ack, Värmeland“, „Summerlang“, Weisen aus Dalmatien, Zypern, und Griechenland über die bloße Perfektion hinaus sehr eindringlich gerieten. Einen Volltreffer landete Sopranistin Ute Rohrbach mit dem temperamentvoll absolvierten „Boleras Sevillanas“.

 Auch im zweiten Teil wurden die Strukturen und inhaltlichen Nuancen der Werke aufs Schönste freigelegt. Ansprechend geriet „This little light of mine“ und erst recht das von Kerstin Thieler solistisch farbenreich ausgeleuchtete „Oh, Lord“. Dann brachte die Crew die Faszination von „Ni nani shujaa“ aus Tansania bewegungsreich zur Geltung. Schwerelos flatterte „La mariposa“ aus Bolivien durch den Raum, und beschwingt kam der Brasilianische „Bojadeiro“ daher.

 Glänzend disponiert stattete Ute Rohrbach das temperamentvolle „Estrela é lua nova“ des Villa Lobos aus und munter schloss sich „Alma Ilanera“ aus Venezuela an. Bestens einstudiert ging es weiter mit Lennon/McCartneys „When I’m sixty-four“, Hubert von Goiserns melancholischem „Weit, weit weg“, Gershwins rhythmisch frischem „Somebody loves me“ und wahren Ovationen.

 Letztere wurden unter anderem mit „Mein Vater war ein Wandersmann“ gewürdigt, wozu sich Schütte an den Flügel begab.

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