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„Duo Saitenschlag“

Schwung, Witz und Vitalität


Zu einem ungewöhnlichen Konzert in ungewohnter Umgebung hat der Verein „Kultur Stadthagen“ am Sonntag eingeladen. Im behaglichen Ambiente des Stadthäger Einrichtungshauses Göbel erklangen moderne und romantische Werke für Gitarre und Schlagwerk, dargeboten vom „Duo Saitenschlag“.

Karoline Laier und Simon Etzold konzertieren im Einrichtungshaus Göbel

© Hanke

Hochkonzentriert lauschte das Publikum den beseelten Interpretationen von Gitarristin Karoline Laier und Percussionist Simon Etzold. Zur Einstimmung erklangen acht hübsche Walzerminiaturen aus der Feder des spanischen Komponisten Enrique Granados. Das für Gitarre und Marimbaphon arrangierte Klavierwerk verblüffte mit seiner Vielfalt an Farben und Einfällen. „Viele Klavierstücke der spanischen Komponisten Granados, Albéniz und de Falla wurden für Gitarre bearbeitet“, erklärte Laier, „manche Musikkritiker behaupten, dass die Farben diser Musik erst auf der Gitarre zur Entfaltung kommen, während sie auf dem Klavier eher blass klingen.“

Auch solistisch überzeugten die beiden preisgekrönten Jungtalente. Laier brillierte mit einer spritzigen Interpretation der „Sonata giocosa“ von Joaquin Rodrigo. Überzeugend brachte die Gitarristin den verspielten Humor zum Vorschein.  Der erfrischende musikalische Witz offenbarte sich in plötzlichen Dur-moll-Wechseln, tänzerischen Elementen, dem Kontrast zwischen Ein- und Mehrstimmigkeit sowie den mit Dissonanten versetzten Grundharmonien.

Etzold folgte mit zwei temperamentvollen Werken der Zeitgenossen Kai Stensgaard und Michael Grosmann. Die Marimbastücke sprühten nur so vor Vitalität, Schwung und überraschenden Ideen. Sehr eindrucksvoll und atmosphärisch wirkte die elektro-akustische Komposition „Temazcal“ für Maracas und Zuspielband von Javier Alvarez.

Glanzvoll meisterte das Duo die rhythmisch anspruchsvolle „Togo Toccatta“ von Jaime M. Zenamon, ein Stück im Stil der amerikanischen „Minimal Music“ mit repetierten, sich sukzessive verändernden Pattern, auf die ein melodisch geprägter Mittelteil folgt. „Es ist schwer, einen so großen, zwölfminütigen Bogen zu halten“, beschrieb  Laier die Anforderung.

Abgerundet wurde der stimmige, abwechslungsreiche Konzertabend mit dem viersätzigen „Histoire du Tango“ von Astor Piazolla, ebenfalls eine Bearbeitung. Angesichts der prägnanten Rhythmik und Etzolds hinreißender Marimba dürfte niemand die Querflöte der Originalversion vermisst haben. Mit zwei Zugaben bedankte sich das famose Duo für den lebhaften Applaus.

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