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Spannung, Hingabe und Gestaltungskraft

Spannung, Hingabe und Gestaltungskraft

Mit einem gelungenen Kammermusikabend hat der Verein „Kultur" Stadthagen“ seine Saison beendet. Das „Vuillaume-Trio“ war zu Gast im Kaminsaal des Schlosses Stadthagen.

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Das „Vuillaume-Trio“ begeistert im Kaminsaal des Stadthäger Schlosses.

Auf dem Programm standen romantische Kammermusikwerke, dargeboten von Sylvia Eisermann (Violine), Michael Rupprecht (Cello) und Marcus Reißenweber (Klavier).

Ein selten gehörtes Werk von Woldemar Bargiel (1828 bis 1897) machte den Auftakt. Leise und geheimnisvoll begann das „Trio für Klavier, Violine und Violoncello op. 6 F-Dur“. Das markante Thema in dunklem g-moll wanderte in Gestalt eines Stretto durch die drei Instrumente. Der dichte, spannungsvolle Satz weckte Neugier auf den kommenden musikalischen Hauptgedanken.

In krassem Gegensatz zur Adagio-Einleitung stand das triumphale, marschartige Grundthema in F-Dur. Die kernige, wenn auch wenig einfallsreiche Melodie, zeichnete sich aus durch Simplizität und rhythmische Prägnanz. Geschickt und gründlich wurde sie anschließend thematisch verarbeitet.

Lyrisch begann das Andante sostenuto. Getragen von bedächtigen Klavierakkorden, intonierte das Cello ein sehnsuchtsvolles Thema, das später von der Violine aufgegriffen wurde. Allmählich drängte das Klavier hervor und führte die Musik zeitweise in hellere Gefilde. Der Wechsel zwischen Dur und Moll faszinierten ebenso wie die dramatischen, aufwühlenden Ausbrüche.

Flirrend, nervös und nahezu tänzerisch wirkte das herrliche leichte Scherzo. Mit einer atemlosen Fuge begann der Schlusssatz, der in einem furiosen Finale mündete. Die drei Interpreten lieferten eine Glanzleistung ab. Hier stimme einfach alles: Gestaltung, Dramatik, Klangkultur und Zusammenspiel.

Ebenso begeisterte die Elegie op. 23 von Josef Suk (1874 bis 1935). Das wehmutsvolle Klagelied berührte durch Melancholie und Leidenschaft. Das Vuillaume-Trio musizierte mit viel Sinn für Schattierungen und Zwischentöne. Bis ins leiseste Pianissimo war die Darbietung geprägt von Spannung, Hingabe und perfekter musikalischer Balance.

Höhepunkt des Abends war das große Klaviertrio H-Dur op. 8 von Johannes Brahms. Die drei Münchner Musiker brillierten durch Gestaltungskraft, Frische und Sinn für strukturelle Klarheit. Mit stürmischem Applaus dankte das begeisterte Publikum für den rundum gelungenen Konzertabend.

Trotz Abschluss der Saison ist ein weiterer Musikabend geplant. Die Klarinettistin Sharon Kam und das „Jerusalem String Quartet“ gastieren am Freitag, dem 11. Mai, 19.30 Uhr, im Kaminsaal des Stadthäger Schlosses.

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