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Stile verschmelzen zu neuer Einheit

Tim McMillan im Kesselhaus Lauenau Stile verschmelzen zu neuer Einheit

Virtuose Gitarrenklänge haben am Donnerstag das Lauenauer Publikum fasziniert. Zu Gast auf der kleinen Bühne des Kesselhauses war Tim McMillan. Unterstützt wurde der Australier von Anna Gwinner (Violine) und Alex Bökelund (Schlagzeug).

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Faszinieren das Lauenauer Publikum mit ihrer Musik: Anna Gwinner (von links), Tim McMillan und Alex Bökelund.

Quelle: han

Lauenau (han). Faszinierende Klangfarben entlockte der 32-Jährige seinem Saiteninstrument, das zugleich als Schlagwerk diente. Angesichts der atemberaubenden Spieltechnik kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Doch große Gitarren-Virtuosen gibt es viele. Es ist eine andere Qualität, die McMillans Musik so außergewöhnlich macht.
Der Musiker ist ein Anarcho-Eklektizist par excellence. Kein Wunder, dass er den kanadischen Gitarristen Devin Townsend zu seinen Vorbildern zählt. Genau wie Townsend pendelt McMillan zwischen gegensätzlichen musikalischen Stilen, als sei es das Leichteste auf der Welt. Unterschiedlichste Einflüsse verschmelzen in seinem Kopf zu einer neuen Einheit. Wer käme schon auf die Idee, sonnige Toto-Melodien mit kernigen Raps von Busta Rhymes zu verschmelzen?
„Andean Tetris Killer“ lautet der Titel eines seiner Songs. Gemixt werden südamerikanische Volkslieder mit Melodien aus dem russischen Computerspielklassiker. Die Geschichte hinter dem Song kann sich hören lassen. Während einer Bergtour in Südamerika machte McMillan Bekanntschaft mit düsteren, betrunkenen Gestalten, die ihn dazu zwangen, den Soundtrack zu einem illegalen Hahnenkampf beizusteuern. Sie ließen ihn erst gehen, als McMillan ihnen seine Computerspielkonsole überließ.
Die Gitarre steht ganz im Vordergrund, der Gesang ist eher ergänzendes Beiwerk, den McMillan beiläufig „einblendet“. Eine klassische Strophe-Refrain-Struktur kommt selten vor. Als „melancholisch und trotzdem positiv“ bezeichnet er seine Texte, die oft sehr rätselhaft daherkommen.
McMillan stammt aus einer Musikerfamilie, seine Mutter ist klassische Gitarristin, der Vater Sänger. An der Monash University in Melbourne studierte er Jazz-Gitarre. Seit zweieinhalb Jahren lebt der Wahl-Leipziger in Deutschland. Er schätzt die Gastfreundlichkeit der Deutschen und ihre Bereitschaft, „auch unbekannten Musikern Respekt entgegenzubringen.“
Nicht nur mit seiner Musik sorgte der sympathische Australier für Kurzweil. In seinen launigen Moderationen belustigte er das Publikum mit seinen „suboptimalen“ Deutschkenntnissen. Zu seinen deutschen Lieblingsvokabeln zählen „Schicki-Micki“, „Bürgermeister“ und „Eichhörnchenschwanz.“

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