Landkreis. Zur Einstimmung rezitierte das famose Schauspieler-Trio die bekanntesten Zeilen des Schaumburger Verseschmiedes. Doch damit nicht genug. Mit Spielfreude, pfiffigen Regieeinfällen und perfektem Timing setzten die Darsteller Buschs Gedichte und Federzeichnungen in Szene.
Wie zum Beispiel die hintersinnig-böse Geschichte von einem Gutmenschen, der einen Dieb vor dem Galgentod bewahrt. Zur Belohnung für seine Barmherzigkeit wird der „Wandrer von der weichen Sorte“ ausgeraubt.
„Hahnenkampf“ lautet ein Gedicht, das vom Vergnügen handelt, bei Prügeleien zuzugucken. Einzig die Hennen lässt es kalt, wenn sich ihre männlichen Gegenparts zerfetzen: „Solch ein Weibervolk mit Flügeln – meint, wenn Gockel früh und spät – seinetwegen sich verprügeln, – daß sich das von selbst versteht.“
Mit viel Witz führten die Theatermacher ihr Publikum durch die skurrilen und tragikomischen Schicksale des Tunichtguts „Hans Huckebein“ und der renitenten „Frommen Helene“, die fröhlich ihre unsympathische Verwandtschaft piesackt, bevor sie schließlich der Feuertod ereilt. „Das Gute – dieser Satz steht fest – ist stets das Böse, was man lässt.“
Dabei kamen die Akteure mit wenigen Requisiten aus. So steckten sie ihre Köpfe in offene Kästen, die den Blick des Spießbürgers verengen, so dass er von der ach so geräumigen Welt nicht allzu viel mitbekommt.
Zwischendurch griff Holger Vandrich zur Gitarre, um gemeinsam mit Kathrin Blüchert und Manuela Stüßer das Lied „Noch sind die Tage der Rosen“ von Wilhelm Baumgartner anzustimmen.
„Buschs Verse sind humorig, subversiv und hintergründig“, erklärte Blüchert, „unser Regisseur Ernstgeorg Hering hat bei der Textauswahl versucht, diese unterschiedlichen Facetten von Busch durchscheinen zu lassen.“ Der intelligente Humor komme häufig „um die Ecke“, so dass die Pointe erst einen Moment lang wirken müsse, bevor sich der Witz entfalte. Mit begeistertem Applaus dankten die zahlreichen Zuschauer für den schwungvollen, temporeichen Theaterabend.
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