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„Ungerecht wie die Liebe“

Lauenau / Ulla Meinecke „Ungerecht wie die Liebe“

Lauenau. Für ein ausverkauftes Kesselhaus hat Ulla Meinecke am Sonnabend gesorgt. Nicht nur mit Musik hat die bekannte Sängerin ihr Publikum begeistert. Die Meisterin der treffenden Worte las Kurzgeschichten aus ihrem jüngsten Erzählband „Ungerecht wie die Liebe“. Begleitet wurde sie von dem famosen Gitarristen Ingo York.

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Ulla Meinecke und Ingo York begeistern im Kesselhaus Lauenau.  han

Von Carsten Hanke. „Die Liebe ist in ihrem tiefsten Wesen ungerecht“, erläuterte Meinecke den prägnanten Buchtitel. Es gebe Unsympathen und Mimosen, die werden geliebt, wohingegen so manch liebenswerter Zeitgenossen weniger Glück in Sachen Partnerschaft habe.

„Mausolf und die anderen“ lautete der Titel einer Geschichte, die der Bühnenprofi mit tiefer, rauher Stimme rezitierte. Der Unsympath in der Geschichte heißt Thomas Mausolf und ist ein erfolgreicher Steuerberater, der sich eine Geliebte hält, um die trostlose Ehe mit seiner Frau Corinna besser aushalten zu können. Die Gattin entdeckt das Verhältnis und verlässt ihren schockierten Gemahl. Erst nach einer befreienden Rennrad-Tour durch Frankfurt am Main findet Thomas wieder zu sich selbst.

Mit leiser Ironie und gut gesetzten Pointen malt sie Bilder des Alltäglichen. Pfiffig und liebevoll blickt Meinecke auf das Gefühlsleben ihrer Figuren, schildert Ängste und innere Krisen. Doch während eine triste Ehe in die Brüche geht, entsteht anderswo eine neue, vielversprechende Beziehung. Möglicherweise ist die Liebe also gar nicht so ungerecht, wie der Titel ihres dritten Buches behauptet. Doch Meinecke macht lediglich Andeutungen. Wie sich die Schicksale der Protagonisten entwickeln, ob auch die Liebeswerten ihr Beziehungsglück finden, darf sich jeder Leser im Kopf ausmalen.

„Wenn zwei zueinander passen, dann werden sie nichts vermissen“, sang Meinecke im Anschluss an die Lesung. Viel Vergnügen machte auch der fetzige Song „Ich bin zu alt“. Die mitreißende, jugendliche Darbietung stand im krassen Widerspruch zum Inhalt des Liedes. Sie sei zu „alt für diese Bühne“, behauptete die Sängerin und Dichterin. Das Publikum widersprach mit lebhaftem Beifall.

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