Brigitte Arens (Orgel, von links), Alexander Osovitskiy (Violoncello) und Marianne Rabach (Rezitation) erfreuen mit Musik und Worten. Hanke
Den Auftakt machte die Cellosuite in G-Dur von Johann Sebastian Bach. Osovitskiy spielte mit Klarheit, Brillanz und Zurückhaltung. Die Darbietung bestach durch ihre akzentuierte Phrasierung und einen warmen Celloton. Besonders die Interpretation des Menuetts gefiel durch Kreativität und Natürlichkeit.
In seinen Solowerken für Cello und Violine liebte es Bach, über ständig wiederholten Tönen melodische Linien zu ziehen. Auf diese Weise kreierte er „Orgelpunkte“ und eine Art „Pseudo-Polyphonie“, die Osovitskiy zum Anlass nahm für kraftvolle Crescendi, die zu keiner Sekunde in Effekthascherei ausarteten.
Vielgestaltig und ausdrucksvoll erklang Arens’ Orgel. Mit viel Sinn für Klanggestaltung formte die Musikerin drei Choralvorspiele aus Bachs „Orgelbüchlein“. Das Ergebnis war eine konzentrierte, niemals vordergründige Interpretation, die durch Prägnanz und Einfühlungsvermögen beeindruckte. Mehrmals kombinierten Arens und Osovitskiy ihre Talente, wie zum Beispiel bei der gefälligen „Sonata V, e-moll“ von Antonio Vivaldi. Das Duo überzeugte durch ausgewogene Klangbalance und gutes Zusammenspiel.
Rabach rezitierte Texte diverser bekannter Komponisten und Interpreten. „In der heutigen, hektischen und übertechnisierten Welt hat die Orgel die Kraft, uns zur Ruhe, Sammlung und Meditation zu bringen“, lautete eine Feststellung des tschechischen Komponisten Petr Eben.
Ein Text des Cellisten Gregor Piatigorsky beschäftigte sich mit dem Cellisten an sich und dessen Wesen und Erscheinungsbild. „Ein Hauch von Wehmut liegt über ihm. Seine melancholische Veranlagung zeigt sich besonders deutlich, wenn er etwas Lebhaftes spielt.“ Mit herzlichem Applaus dankten die Zuhörer für den dichten, gelungenen Konzertvormittag. han