Bückeburg (dis). Dass diese agile Truppe ein großes Publikum verzaubern konnte, ist Frank Suchland und der Geschäftsführerin Johanna Woydt zu verdanken. Beide lagen mit der Verpflichtung von Martin Albrecht, Pianist, sowie Saxophonist und Klarinettist Robert Herrmann, Bandoneonist Michael Dolak und der ausdrucksstarken kubanischen Sängerin Jane Maturellgenau, die über einen großen, variablen Stimmumfang verfügte, genau richtig.
Nicht nur die ungewöhnlichen, aber reizvollen Kombinationen, sondern vor allem die gelungenen Umsetzungen der unterschiedlichen Musikstile machten das Konzert zu einem besonderen Klangerlebnis. Dem Quartett glückte mit großem Geschick, in seinen Arrangements die Wesenszüge und Seelenzustände der Kompositionen herauszuarbeiten. Einen musikalischen Leckerbissen servierte es gleich eingangs mit einer voller Leidenschaft offerierten Rumba.
Klezmer ließen die Künstler selbstverständlich auch nicht außen vor. Es handelt sich dabei ursprünglich um die Musik osteuropäischer Juden, dargeboten von dem umherziehenden Klezmorim. Mit ihren Kostproben brachten die Crew zwischendurch diese Art von Klängen sehr einfühlsam nahe, einerseits tanzten und sangen die Töne, verschafften aber gleichzeitig neben überbrodelnder Lebensfreude auch der Trauer genügend Raum. Jene, mitunter durchaus temperamentvolle “Weltsprache der Seele” rückten die Gäste geschickt ins Rampenlicht. Die eben noch in tiefblauem Moll seufzende Klarinette nahm rasch Fahrt für andere Episoden auf, denen sich die Kollegen mit Vergnügen und Könnerschaft anschlossen. Kantig, druckvoll und offenherzig wurde aufgespielt. Poesie und Pathos, Andacht und Aufruhr, Traurigkeit und Fröhlichkeit hielten sich klug die Waage.
Klarinettist und Pianist wandelten facettenreich durch die durch Robert Herrmann melancholisch vertonte “Eighth Avenue”. Von kubanischem Temperament war das vokal und instrumental plastisch vermittelte “Vis à Vis” geprägt, und mit Schmackes drängelte sich zwischendurch ein besonders ansprechendes Klavier/Saxophon- Duett – beifallsfreudig umrahmt – dazwischen.
Gegen Ende wanderten die Experten in ihrem erstaunlich breit gefächerten Repertoire weit zurück nach Europa zu Schubert, bei dem, sofern er noch leben würde, die instrumentale und vokale Würdigung mit seinem Lied “An die Musik” gewiss auf offene Ohren gestoßen wäre. Den unwahrscheinlichen Drive durfte das Auditorium zum Finale bei der Tangozugabe – einschließlich Klaviersolo – noch einmal voll auskosten.
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