Hannover (kil, r). Phantome, Superhelden, Zeitmaschinen und „suprematische Gespenster“ erlauben für acht Wochen einen Einblick in das Werk von Andy Hope. Die Ausstellung „Medley Tour by Andy Hope 1930“ zeigt neue Bilder und eine Auswahl von Arbeiten der vergangenen vier Jahre.
Die Ausstellung präsentiert Hopes neue Bild-Serie der „Medleys“. Medley bezeichnet unter anderem ein Musikstück, das sich in harmonischer Abstimmung aus mehreren Liedern zusammensetzt. Ähnlich hat Hope seine neuen Arbeiten gefertigt. Der selbst gewählte Name „Andy Hope 1930“ verweist auf zwei Referenzsysteme: Mit dem Jahr 1930 verbindet Hope sowohl den Aufstieg des Comics als Massenmedium, als auch ein verfrühtes Abbrechen der Projekte des Suprematismus und des russischen Konstruktivismus. Hope greift Elemente aus beiden Systemen auf und stellt dabei Bezüge zu weiteren historischen und popkulturellen Bildwelten her. Ausgestellt ist unter anderem der „Espace de Voyage“, eine Art faltbarer und somit mobiler Raum, der die Besucher auf eine Reise durch den Kosmos des Künstlers mitnimmt.
Die Ausstellung „Bildstörung“ umfasst eine Auswahl von Arbeiten des Filmemachers und Künstlers John Smith. Im Fokus stehen Filme, die das reibungslose Zusammenspiel von Sprache und Bild beziehungsweise Ton und Bild effektvoll unterlaufen. Seine Sujets findet Smith im Alltäglichen, dabei reflektiert er die gesellschaftlichen Entwicklungen – oft mit politischem Bezug – um ihn herum. Gleichzeitig thematisieren seine Filme die Möglichkeiten und Grenzen des Mediums Films. So spielt er mit unterschiedlichen künstlerischen Verfahren der Montage und hinterfragt die üblichen Funktionsweisen des Films durch das Vorgaukeln von realität, scharfsinnige und humorvolle Pointen.
Berühmte Persönlichkeiten schenkt die Ausstellung „Künstlerpotraits“ der journalistischen Fotografin Barbara Klemm Aufmerksamkeit. Außer Fotografien berühmter Schriftsteller und Musiker stellt Klemm auch Aufnahmen visueller Künstler ins Zentrum. Erstmalig sind auch Fotografien der Maler Daniel Richter, Alex Katz sowie neue Aufnahmen von Richard Serrea und Neo Rauch zu sehen. Die Fotografin nimmt die Persönlichkeiten in Posen auf, die weder sensationell noch glamourös sind. Die Fotografien sollen allein durch die Individualität ihrer Modelle überzeugen. So ist Klemm immer nahe dran an den Personen, aber nie aufdringlich.
Mehr Informationen zu allen Ausstellungen und Künstlern gibt es im Internet auf www.kestnergesellschaft.de.
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