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„Was ist wünschenswert, was ist machbar?“

Stadthagen „Was ist wünschenswert, was ist machbar?“

Konzerte satt im Kaminsaal des Schlosses, dafür keine Kunstgalerie. Namhafte Kabarettkünstler, aber kaum Theateraufführungen. Anlass, einmal zu fragen: Wo ist Stadthagen gut aufgestellt, wo mangelt es – und wo wäre eine Umverteilung der städtischen Fördermittel vielleicht sinnvoll?

Stadthagen (kle, kil). Dass die Stadthäger Kulturlandschaft breitgefächerter sein könnte, findet Babette Hattendorf, Geschäftsführerin des Vereins Kultur Stadthagen, der überwiegend klassische Konzerte organisiert, und zu den Institutionen zählt, die von der Stadt gefördert werden. Während Stadthagen ihrer Ansicht nach in Sachen Musik und Kabarett ein durchaus großes Angebot hat, fehle es vor allem an Bildender Kunst. „Wenn man die Bildende Kunst nicht fördert, ist das ein Manko“, meint sie, denn das gehöre zur Allgemeinbildung. Es mangele an Engagement, die Kunst nach Stadthagen zu holen. Statt noch mehr Musik, Kabarett und eher leichtere Unterhaltung anzubieten, sollte man das Angebot insgesamt lieber vielschichtiger gestalten. Auch der literarische Bereich sei eher ein „Stiefkind“ in der Kreisstadt. Ein weiterer Punkt, an dem es hapere: Für größere Orchester gebe es keine geeigneten Räumlichkeiten, das bekomme „Kultur Stadthagen“ selbst zu spüren. Ein hochkarätiges Konzert könne man eben nicht im Ratskeller veranstalten. Der Ausbau der Zehntscheune wäre da eine gute Möglichkeit, meint Hattendorf.

Den Ausbau bereits bestehender Veranstaltungsorte hält Friedrich Lenz auch für eine sinnvolle Investition. Der Vorsitzende der GEW Schaumburg ist regelmäßiger Organisator von Künstlerauftritten in Stadthagen wie jüngst von Götz Alsmann. Er bezieht sich dabei auf das Ratsgymnasium in Stadthagen, das immer wieder als Veranstaltungsort dient, sei es für Musicals oder Kabarettauftritte. Unterstützung vom Kreis erhält Lenz für „seine“ Veranstaltungen insofern, als die Raummiete für ihn sehr günstig sei. Das Problem: Um das weitere Equipment wie eine Soundanlage muss er sich selbst kümmern, „die Miete dafür kostet um die 2000 Euro“. Entsprechende Ausgaben im Vorfeld bieten immer ein gewisses Risiko für den Veranstalter. Eine entsprechende Investition in den Ausbau würde vielen Veranstaltern zugute kommen – und damit nicht zuletzt der Kulturlandschaft Stadthagens.

Aber wo könnte man stattdessen etwas „abknapsen“, oder fehlt es an anderen Stellen genauso? „Man müsste tatsächlich einmal eine Bestandsaufnahme mit allen Beteiligten machen und sich fragen: Wo liegen unsere Schwerpunkte? Und danach: Was wäre noch wünschenswert und vor allem: Was ist machbar, zum Beispiel räumlich und finanziell?“

Gerade die Durchführbarkeit sei – bei allen guten Wünschen – immer zu beachten, so Lenz. Klar wäre ein bisschen mehr Theater wünschenswert. Aber: Das Ratsgymnasium fasse zwar weit mehr als 500 Leute, allein wegen der Akustik sei der Raum bei einer Theateraufführung für mehr als 200 Personen nicht ausgelegt. Ein weiteres Problem: „Stadthagen hat nun einmal eine Sandwich-Stellung zwischen Minden und Hannover“, wo das Kulturangebot entsprechend üppig ist. Bei jeder Veranstaltung müsse man deshalb im Hinterkopf behalten, ob der Saal am Ende auch voll wird. Mehr Veranstaltungen bedeuten eben nicht gleich mehr Besucher.

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