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Kultur überregional Al Di Meola spielt im Jazz Club Hannover
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09:38 03.12.2014
Altmeister des Jazzrock: Al Di Meola ist seiner Art Gitarre zu spielen treu geblieben. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Hannover im Jahr 1980. Kuppelsaal. Auf der Bühne drei Akustik-Gitarristen: Al Di Meola, John McLaughlin und Paco De Lucia. Im Saal 3000 Fans. 34 Jahre später ist Al Di Meola mal wieder in Hannover. Es ist passenderweise der Abend, an dessen Morgen die Unesco Hannover den Titel „City of Music“ verpasst hat. Doch diesmal ist der Weltstar nicht im Kuppelsaal zu Gast. Sondern für zwei Abende im ausverkauften Jazz Club. Dort passen gerade mal 150 Menschen hinein.

Das fällt auch Al Di Meola, dem flinkfingrigen Altmeister des Jazzrock, auf. „Dieser Club ist kleiner als mein Wohnzimmer“, begrüßt Di Meola am ersten Abend schmunzelnd das Publikum. In so einem kleinen Club sei er sein ganzes Leben noch nie aufgetreten. Aber das sei ja mal eine Herausforderung. Dabei sucht Di Meola schon lange keine Herausforderung mehr. Nach den glorreichen Jazzrock-Zeiten hat er sich vermehrt lateinamerikanischen Musikformen von Flamenco bis Tango zugewandt.

Zuletzt spielte er ein Album mit Beatles-Songs ein. Aber seiner Art, Gitarre zu spielen, ist er treu geblieben. Ein Stil, der vor allem eines ist: virtuos. Wie schafft man nur so viele Noten in derartiger Geschwindigkeit auf einem Griffbrett zu zaubern? Das ist die Frage, die sich seine Fans auch an diesem Abend stellen. Di Meola spielt Gitarre wie Arjen Robben Fußball: trickreich, mit rasanten Läufen, hier ein Haken, dort ein Haken. Man kann ihm kaum folgen, so schnell ist er. Allerdings: Robben kommt schneller zum Abschluss. Bei Di Meola kann das schon mal ein wenig länger dauern. Schließlich muss der Italo-Amerikaner, 60 Jahre, doch äußerlich kaum gealtert, beweisen, dass er es noch draufhat.

Entsprechend ist die Rollenverteilung in seiner Band ganz klar auf ihn zugeschnitten. Gitarrist Kevin Seddiki darf - wenn gefordert - im Hintergrund Di Meolas Saitensprints auf der akustischen Gitarre (die er wenn nötig per Effektgerät zur E-Gitarre umfunktioniert) mit verzwickten Mustern begleiten. Die beiden Percussionisten Peter Kasbas und Rhani Kaija legen einen dicht gestrickten Rhythmusteppich aus krummtaktigen Latin-Grooves. Und Keyboar- der Mario Permisano ist für die dick aufgetragenen, digitalen symphonischen Sounds auf dem Synthesizer zuständig. Zusammen machen sie ihre Sache gut und folgen ihrem hakenschlagenden Chef unisono durch das mit technischen Kabinettstückchen gespickte Programm aus umarrangierten Beatles-Songs, rasanten Flamenco-Anklängen und alten Jazzrock-Klassikern der Siebziger. Kurzum: Erwartungshaltung erfüllt. So sind zum Schluss alle glücklich: Di Meola, der endlich die Erfahrung macht, wie es ist in einem Wohnzimmer zu spielen. Und seine Fans, die aus nächster Nähe dem wohl schnellsten Gitarristen der Welt auf die Finger schauen dürfen.

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