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Kultur überregional Ein sensibler Rüpel wird 50
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13:29 18.12.2014
Ben Becker gehört zu den aufregendsten deutschsprachigen Schauspielern seiner Generation. Quelle: dpa

Eine Zeit lang machte Ben Becker mit seinem ausschweifenden Lebensstil jenseits der Bühne mehr Schlagzeilen als mit seiner Schauspielkunst. Seiner Beliebtheit beim Publikum tat das keinen Abbruch, auch nicht seinem Können. Ohne Zweifel gehört der Sohn der Schauspielerin Monika Hansen und des Schauspielers Rolf Becker, der wesentlich von seinem 2013 gestorbenen Stiefvater Otto Sander geprägt wurde, zu den aufregendsten deutschsprachigen Schauspielern seiner Generation. Am Freitag wird er 50 Jahre alt.

Ob in seinen bisher größten Kinoerfolgen «Schlafes Bruder» (1995) oder «Comedian Harmonists» (1997) oder in Theater-Hits wie «Bash: Stücke der letzten Tage» (2001 an den Hamburger Kammerspielen) oder von 2009 bis 2012 bei den Salzburger Festspielen als Tod im «Jedermann»: Beckers große Rollengestaltungen sind für alle, die ihn gesehen haben, unvergesslich. Denn der 1964 in Bremen geborene Schauspieler scheint jedes Mal auch ein Stück eigener Härte und eigener Verletzlichkeit in seine Figuren einzubringen.

Härte und Verletzlichkeit haben ihn, nach eigenem Bekunden laut seinem Erinnerungsbuch «Na und, ich tanze» (2011), von klein auf geprägt. Zu seinen schönsten frühen Erfahrungen zählen offenkundig Arbeiten als Kinder-Sprecher für Hörspiele. Bis heute ist denn auch die überaus wandelbare Stimme sein Markenzeichen. Dabei hat er hörbar von der Freundschaft zu seinem für eine außerordentliche Sprechkultur berühmten Stiefvater Otto Sander profitiert.

Becker, der gern als Rezitator und Sänger auftritt, hat sich nach der Geburt seiner Tochter im Jahr 2001 auch einen Namen als Autor von Kinderbüchern gemacht. Negativschlagzeilen bekam Ben Becker im Juni dieses Jahres, als er als Ansager beim Comeback-Konzert der umstrittenen Band Böhse Onkelz am Hockenheimring auftrat.

Vulgär und sensibel

Seine bisher wohl bedeutendste Arbeit hat Ben Becker schon vor knapp zwei Jahrzehnten gezeigt. Er schrieb und inszenierte 1995 mit sich und seiner Schwester Meret Becker (45) das Theaterstück «Sid & Nancy». Das erzählt das tragische Ende von Sid Vicious, dem 1979 mit 21 Jahren durch Suizid gestorbenen Bassisten der Punk-Rock-Band Sex Pistols. Die Aufführungen in der damaligen Berliner Szene-Kneipe «Ex&Pop» gelten unter Fans guten Schauspiels als eines der großen deutschen Theaterereignisse des letzten Vierteljahrhunderts.

Die Anhänger von Ben Becker haben dessen intensive Interpretation des Sid als Selbstporträt verstanden. Sid trat in der Öffentlichkeit gern laut, vulgär und rüpelhaft auf, war privat aber ein ausgesprochen sensibler Mensch, ruhig, intelligent, zurückhaltend, freundlich und humorvoll. Wer Ben Becker schon einmal persönlich begegnet ist, weiß, dass dies tatsächlich auch auf ihn zutrifft.

Der sensible Ben Becker ist zurzeit gemeinsam mit dem Klarinettisten Giora Feidman (78) zu erleben. Die beiden touren erfolgreich mit dem Programm «Zweistimmig», einer Hommage an den Dichter Paul Celan, durch den deutschsprachigen Raum. Beckers Interpretationen von Celans Lyrik offenbaren ein überaus feines Gespür für die Fragilität allen Lebens. Seinen runden Geburtstag will der Schauspielstar mit seiner Familie und engen Freunden feiern.

dpa

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