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Kultur überregional So kraftvoll war das Konzert von Birdy im Capitol
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08:43 04.10.2016
Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Birdy, das war das zerbrechlich wirkende Teenager-Mädchen am Klavier mit der hohen, klagend-trotzigen Stimme. Gerade einmal 15 Jahre war die britische Popsängerin alt, als sie im Jahr 2011 durch das Lied "Skinny Love" bekannt wurde. Der Song, im Original vom Indie-Popper Bon Iver, erzählt von einer Liebe, die nicht funktioniert. Diese Melancholie ist typisch für Birdy.

Ihre Musik hört sich auf ihrem dritten Album "Beautiful Lies" unbeschwerter und poppiger als zu Beginn ihrer Karriere an. Die meiste Zeit im gut gefüllten Capitol sitzt die Sängerin am Flügel. Im Glitzerkleid, mit hüftlangen, dunklen Haaren und blasser Haut sieht sie aus wie eine Elfe - aber klingt viel kraftvoller als zu Beginn ihrer Karriere. Im Laufe der Jahre mischten sich - ganz dezent - elektronische Klänge, Gitarre und Schlagzeug in ihre Songs.  Birdys glockenhelle, gereifte Stimme und das Klavier bleiben aber die zentralen Elemente.

Das Bühnenbild im Capitol ist reduziert. Im Hintergrund hängen weiße Papierstreifen von der Decke. Mit roter Beleuchtung fühlt man sich wie in einer Lounge. Mit blauem Licht erinnert die Atmosphäre an einen mystischen Wald in einem Fantasyfilm - für den Birdy mit ihrem verträumten Sound die Titelmelodie liefern könnte. Mühelos trifft die Sängerin alle Höhen, während sie oft von den Tiefen erzählt: Vom Nicht-Loslassen-können, Liebe und Schmerz - aber auch davon, durchzustarten oder Verantwortung für jemand anderen zu übernehmen. Die 20-Jährige ist kein Teenager mehr.

Birdy ist nicht nur im, sondern auch mit dem Musikbusiness groß geworden. Als sie sieben Jahre alt war, begann sie Klavierstunden zu nehmen. Ein Jahr später schrieb sie ihre ersten Songs. Trotzdem, ihr Debütalbum aus dem Jahr 2011 füllen Coversongs von Indie-Pop-Bands wie The XX oder Phoenix. Birdys klavierlastige Interpretationen sind stets eine Spur melancholischer und zarter als die Originale.

Zwei Jahre später folgte das erste Album ("Fire Within") mit eigenen Songs, in diesem Jahr "Beautiful Lies". Stellenweise klingt es nach der britischen Band Florence and The Machine. Kein Wunder: Produzent Craig Silvey hat mit beiden zusammen gearbeitet.

Noch immer singt Birdy über die Liebe, das große Thema der Popmusik. Noch immer wirkt die Sängerin, die sich selbst in einem Interview als "eher introvertiert" bezeichnete, schüchtern. Zwischen den Songs erzählt sie wenig, murmelt mehrmals "Thank you". Doch etwas ist anders. Birdy klingt reifer, selbstbewusster und erwachsener. Was sie dabei nicht verlernt hat: Viel Gefühl zu transportieren.  

Sarah Franke

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