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Kultur überregional Carolin Eichhorst singt Hildegard Knef
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06:03 19.12.2014
Carolin Eichhorst: „Knef hat mich wieder berlinsüchtig gemacht und mich darauf gebracht, welche Geschichte ich mit dieser Stadt verbinde.“ Quelle: Isabel Machado Rios
Hannover

Am 3. November bekam Carolin Eichhorst Fanpost aus dem World Wide Web. Ein Zuschauer, der „Sympathie für den Teufel“ gesehen hatte, geriet ins Schwärmen: „Sie ist natürlich eine große Schauspielerin. Was sie aber hier bringt, zeigt ihr ganzes darstellerisches, stimmliches und tänzerisches Element. Ihre Stimme ist virtuos, man möchte sie viel öfter hören.“ Dem Herrn kann geholfen werden.

Denn ab 29. Januar spielt und singt Carolin Eichhorst ihren ersten eigenen, sehr persönlichen Soloabend am Schauspiel Hannover: „So oder so“ erzählt eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte und wird getragen, assoziativ grundiert von Liedern der Hildegard Knef.

Es ist ja nicht so, dass Eichhorst unterbeschäftigt wäre. Aktuell steht sie in der französischen Komödie „Der Vorname“, der gefeierten Roman-Adaption „Hiob“, dem furiosen Milan-Peschel-Abend „Das Mädchen Rosemarie“ und der satanischen Kultrevue „Sympathie für den Teufel“ auf der Bühne. Daneben lehrt sie als Gastdozentin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien. Und jetzt also ihr erster eigener Abend, für den sie den Text geschrieben hat, in dem sie singt, spielt, in wechselnde Rollen schlüpft und den sie auch selbst inszeniert.

Erzählt wird die Geschichte von Paula und Markus, die sich im Ostberlin der späten Achtziger ineinander verlieben. Ohne jede Vorahnung wird die schwangere Paula eines Tages von der Stasi mit der gescheiterten Republikflucht ihres Freundes konfrontiert und gerät in die Fänge des Sicherheitsapparates …

Das Thema ist Carolin Eichhorst nicht fremd. „Unsere Familie war davon auch betroffen“, erzählt sie. „Mein Vater war politischer Häftling in der DDR. Das hatte Folgen für die ganze Familie.“ Der Impuls, Paulas Geschichte mit Liedern von Hildegard Knef zu verbinden, kam von ihrer Oma. Bei ihr, in Ostberlin, hatte die kleine Caro ihre ersten anderthalb Lebensjahre verbracht. „Meine Oma kennt zu jeder Situation das passende Lied, unter anderem auch die Lieder der Knef, an die ich sie stimmlich ein wenig erinnerte.“ Es war die tiefe Stimme der Knef, die auch Eichhorst faszinierte.

Liederabend

Eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte mit Liedern von Hildegard Knef

Premiere: 29. Januar

20 Uhr, Cumberlandsche Galerie

Der „exzessive Frauentyp“, den die Knef verkörpert, ihr rotzig-freches Auftreten ließen sie erst recht spannend erscheinen. Und dann war da noch diese Berlin-Sehnsucht, Carolin Eichhorsts gespaltenes Verhältnis zu ihrer Geburtsstadt. „Knef“, sagt sie, „hat mich wieder berlinsüchtig gemacht und mich darauf gebracht, welche Geschichte ich mit dieser Stadt verbinde.“ Kein Wunder: Als Kind wohnte sie um die Ecke von der Knef - in Wilmersdorf.

Die echte Knef hatte mit Ostberlin, mit der DDR, nichts am Hut. Aber ihre Liedtexte, findet Eichhorst, „sind sehr allgemeingültig“. Dadurch werde eine „neue Sinnhaftigkeit“ möglich. Und so nutzt sie die Knef-Songs als unterhaltsames Bindemittel: Sie kommentieren die Handlung und weisen zugleich über das konkrete Ost-West-Drama hinaus. Begleitet wird sie dabei von Roman Rofalski am Klavier, der die Songs neu arrangiert hat, und dem Videokünstler Jan Warncke, der das Geschehen mit Livezeichnungen illustriert. 

Unter den Premierengästen am 29. Januar in der Cumberlandschen Galerie wird auch Oma Eva sein, die inzwischen wieder auf der Insel Usedom lebt und ohne die es diesen Knef-Abend vielleicht gar nicht geben würde. Da darf dann auch das „Ostseelied“ nicht fehlen: „Schenk mir die drohenden Farben des Nordens …“

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