Abflug: Ed Wubbe und sein Rotterdamer Scapino Ballett eröffnen am Karfreitag die hannoverschen Ostertanztage.
Wer hier tanzt, springt nicht nur hoch, sondern möglicherweise auch vorwärts – in seiner Karriere. Der von der hannoverschen Ballettgesellschaft nunmehr zum 23. Mal ausgerichtete „Internationale Wettbewerb für Choreographen“, der am Sonnabend, 11. April, um 14.30 Uhr in die erste Runde geht, ist eine Plattform für junge Talente aus der weltweiten Tanzszene.
Wer hier von einer Fachjury als Teilnehmer auserkoren wird, präsentiert sein Können als Choreograf nicht selten zum ersten Mal vor einem größeren Publikum und bekommt die Chance, seinen Bekanntheitsgrad zu steigern und so Engagements zu ergattern. Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl der Kandidaten ist der Unterhaltungswert der eingereichten Beiträge. Denn der Wettbewerb ist öffentlich und seit vielen Jahren als Teil der Ostertanztage im Opernhaus ein Zuschauermagnet.
Für grandiose Unterhaltung haben im vergangenen Jahr Mirko Guido und Zen Jefferson gesorgt. Jefferson tanzte nach Guidos Choreografie. Die beiden erhielten den Publikumspreis und den Preis der Fachjury. Jetzt hat sich das Duo wieder qualifiziert – nur mit umgekehrten Rollen. Der Schweizer Jefferson choreografiert, und der Italiener Guido ist Mitglied seines Tänzertrios.
Ohne Zweifel wird es auch bei dieser Konstellation wieder humorvoll zugehen. Das lässt schon der Name des Stücks „Little Red rides through the Hood“ erahnen. Doch es wäre schade, wenn Ed Wubbe, der künstlerische Leiter des Wettbewerbs, und seine Jurymitglieder bei ihrer Kandidatenkür nur auf einen sicheren Publikumserfolg gesetzt hätten.
Immerhin gab es 170 Bewerbungen aus aller Welt, von denen 15 ausgewählt wurden. Mussten da die Vorsieger zwingend ins Programm aufgenommen werden? Das Duo sei eben so überzeugend, heißt es bei der Ballettgesellschaft.
Und eine Regel, ehemalige Teilnehmer nicht wieder starten zu lassen, gebe es nicht. So ist auch der ehemals beim hannoverschen Staatsballett engagierte Franzose Stéphen Delattre jetzt zum dritten Mal dabei. Bekannt dürfte dem hannoverschen Tanzpublikum außerdem die Israelin Zufit Simon sein, die schon mehrfach bei der Commedia Futura in der Eisfabrik aufgetreten ist. Insgesamt verspricht die Ballettgesellschaft für dieses Jahr einen besonders lustigen Ostertanz. Nach überwiegend ernsten Stücken in der Vergangenheit dominierten diesmal eher humorvolle Kreationen. Nach der zweiten Vorrunde, die am Ostersonntag um 14.30 Uhr startet, beginnt um 19 Uhr das große Finale.
Eröffnet werden die Ostertanztage am Karfreitag um 19.30 Uhr mit einem Gastspiel des von Ed Wubbe geleiteten Scapino Balletts aus Rotterdam. Am Ostersonntag nach der ersten Vorrunde des „Choreographenwettbewerbs“ zeigt das Staatsopernballett von 20.30 Uhr an Jörg Mannes’ „Cinderella“. Für alle Veranstaltungen rund um die Ostertanztage gibt es noch Karten im Vorverkauf.
So gut wie ausverkauft sind die erstmals für Kinder am Ostermontag angebotenen Tanzworkshops im Opernhaus. Unter anderem gibt es noch Plätze für das Kinderstück „Socke“, für „Cinderella für Kinder“ im Opernsaal sowie für den Kinoabend mit „Billy Elliot“.
von Kerstin Hergt
Infos unter www.oper-hannover.de oder telefonisch unter (0511) 99 99 11 11.