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Kultur überregional „Wir machen hier ja kein Boulevardtheater“
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17:08 04.12.2014
Von Ronald Meyer-Arlt
Auch das Figurentheater Seiler gehört zur Kooperation „Freies Theater Hannover". Quelle: Figurentheater Seiler
Hannover

Herr Gürtler, was ist denn mit den freien Theatern in Hannover los?
Zielt diese Frage auf den Januar, in dem es kaum Premieren gibt?

Genau. Nur das Klecks Theater bringt mit „Zwerge versetzen“ am 25. Januar eine Premiere heraus. Ansonsten ist nichts los. Sind die Akteure von den Festlichkeiten am Jahresende so geschafft, dass sie keine neuen Produktionen mehr hinbekommen?
Nein, daran liegt es nicht. Das Problem sind die Finanzierungsstrukturen. Es ist fürs freie Theater in Hannover unmöglich, für den Januar verbindliche Finanzzusagen zu erhalten. Deshalb ist es seit Jahren so, dass zum Jahresbeginn meist Stücke aus dem Vorjahr gezeigt werden.

Zur Person

Klaus Gürtler ist Pressereferent der Freien Theater Hannover. 18 freie Theatergruppen – von der Agentur für Weltverbesserungspläne über die Commedia Futura und die Theaterwerkstatt bis zum Figurentheater Seiler – haben sich zur Kooperation „Freies Theater Hannover“ zusammengeschlossen. Man arbeitet zusammen, Schauspieler sind in verschiedenen Gruppen tätig, und es gibt einen gemeinsamen Spielplan.

Planen die freien Theater da falsch?
Es ist leider nicht so, dass die Theater mehrjährige Wirtschaftspläne hätten. Sie können immer nur mit Jahresplänen arbeiten. Die Produktionen haben in der Regel eine Mischfinanzierung. Die Stadt, das Land, die Region und verschiedene Stiftungen geben Zuschüsse. Erst wenn alle Zuschussgeber ihre Beschlüsse gefasst haben, kann mit einer Produktion begonnen werden. Meist liegen erst Mitte Februar gesicherte Finanzierungen vor.

Kann man mit den Geldgebern nicht so verhandeln, dass es möglich ist, auch mal im Januar ein Stück herauszubringen?
Wir versuchen das schon seit längerer Zeit. Am stärksten gebunden ist da immer das Land. Die Stadt und die Stiftungen bieten durchaus Möglichkeiten, die Finanzierung flexibler zu gestalten. Das Problem ist, dass die freien Theater mit einer Produktion immer erst beginnen können, wenn die gesicherte Gesamtfinanzierung eines Projekts feststeht. Das heißt: Alle Zuschussgeber müssen verbindlich entschieden haben.

Und das Land ist am langsamsten?
Das kann man so sagen. Das liegt aber auch daran, dass das Land ans Zuwendungsrecht gebunden ist – und das ist sehr formalistisch.

Gibt es eigentlich ein freies Theater in Hannover, das auch ganz ohne Subventionen spielt?
Ohne Subventionen ist das nicht möglich.

Warum nicht? Es gibt doch Eintrittsgeld. Die Schauspieler sind da, die Räume auch, die Texte kann man selber machen, man könnte doch einfach spielen.
So einfach ist das eben nicht. Bei einer Produktion, in der nur ein oder zwei Personen auf der Bühne stehen, kann es durchaus sein, dass das Eintrittsgeld die reinen Kosten der einzelnen Vorstellung trägt. Stehen mehr Personen auf der Bühne ist selbst diese defizitär. Und die Proben- und Entwicklungskosten für ein Stück sind da noch nicht einmal eingerechnet.

Heißt das, dass es zu viele freie Theater in Hannover gibt?
Nein. Sicher nicht. Sogar wenn eine größere Theaterproduktion regelmäßig 100 Zuschauer hat, deckt das nicht deren Kosten. Das Problem ist nicht, dass die Theater nicht ausgelastet sind. Sie sind nicht profitabel – und das können sie von ihrer Struktur her auch gar nicht sein. Wir machen hier ja kein Boulevardtheater und können daher auch nicht die Eintrittspreise des Boulevardtheaters nehmen. Das verbietet sich für freie Theater. Wir konkurrieren letztlich mit Kinopreisen.

Wagen Sie mal einen Ausblick: Welche ästhetischen Experimente wird man im freien Theater 2015 erwarten dürfen?
Ich habe leider noch überhaupt keinen Überblick über die Planungen der freien Theater. Weil die aus den genannten Gründen noch nicht abgeschlossen sein können.

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