Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Kultur überregional Stille Nacht? Von wegen!
Nachrichten Kultur Kultur überregional Stille Nacht? Von wegen!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 15.12.2014
Von Uwe Janssen
Der Knabenchor Hannover singt beim Adventskonzert in der Marktkirche. Quelle: Michael Thomas
Hannover

„O du fröhliche“ - hundertfach gesungen tönt es durch das Marktkirchenschiff, zuerst einstimmig und mit Elan von Ulfert Smidt an der Orgel angeführt. Dann übernimmt der Knabenchor Hannover das Zepter. Die dritte Strophe bringt schließlich durch Siegfried Strohbachs Arrangement Chor und Konzertbesucher wieder zusammen und lässt das Weihnachtslied aller Weihnachtslieder als Höhepunkt des Konzertes erstrahlen. Laut Programm war danach Schluss. Doch natürlich gab es Zugaben: Eine sensible Fassung von „Es ist ein Ros entsprungen“ und das empfindsam vorgetragene „Stille Nacht, heilige Nacht“. Beglückt strebte man danach dem Ausgang zu - um draußen von Blitz und Donner begrüßt zu werden.

Das Konzert war erneut nichts für Verweigerer gemeinsamen Singens. Oder gerade doch: Hier konnten sie erleben, dass gemeinsamer Gesang durchaus angenehm klingen kann.

Jörg Breiding sorgte für ein schlüssiges Konzept. Breiten Raum nahmen die Beiträge seines Chors ein - wenn es dann einmal aus den Zuhörerreihen zurückschallte, geschah dies dank der klaren Angaben im Programmheft keineswegs zögerlich und hatte schon gar nichts mit Peinlichkeiten zäh bemühter gemeinsamer Singübungen zu tun.

Traditionen soll man pflegen. Das Singen deutschsprachiger Weihnachtslieder gehört dazu. Im sangesbegeisterten Großbritannien heißt es entsprechend „Carol Singing“. Und obendrein gibt es ja auch noch die hannoversch-britischen Beziehungen. Doch das Programm mit deutschen und englischen Advents- und Weihnachtsliedern huldigte weniger dem royalen Beziehungsgeflecht als vielmehr dem unerschöpflichen beiderseitigen musikalischen Vorrat.

Wobei das Pendel eindeutig Richtung britischer Texte und Töne ausschlug. Zeitweise fühlte man sich sogar in die Kultstätte britischer Christmas Carols versetzt. Jörg Breiding und sein Knabenchor stellten ein Gleichgewicht zwischen Sentiment und Gesangskultur her. Etwa in John Rutters fünf Weihnachtssätzen: Der populäre britische Komponist klang hier einmal nicht nach Wohlfühlmusik (was man ihm manchmal vorhält) - der hannoversche Knabenchor betonte im „Donkey Carol“ charmant dessen synkopische Verschiebungen oder beispielsweise in „What Sweeter Music“ die oftmaligen, aus der Einstimmigkeit farbig entwickelten Stimmenauffächerungen.

Auch gab es Chorstücke wie Arthur Warells „We Wish You a Merry Christmas“. Der Chor überzeugte durch vitale Phrasierungen. Und es standen Highlights neben Unbekanntem. Wobei auch der Nachwuchschor unter Michael Jäckel einiges Adventliches beitragen durfte. Nach 21 Advents-, Weihnachtsliedern und Chorstücken war Schluss: Eine gute Planung. Mal abgesehen von der Wetterlage.

Die Rattenfängersage von Hameln und das Niederdeutsche Theater haben es auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes geschafft. Ins Rennen um die internationale Auszeichnung schickt Deutschland allerdings nicht den Rattenfänger, sondern die Genossenschaftsidee.

12.12.2014

Das Wort des Jahres steht fest: Die Gesellschaft für Deutsche Sprache entschied sich für den Begriff "Lichtgrenze"- in Anspielung auf die Feiern zum Fall der Berliner Mauer vor 25 Jahren.

12.12.2014
Kultur überregional Night of the Proms in Hannover - Zuckerguss und Peitsche

Beeindruckendes Musikspektakel: 9000 Fans sehen die Night of the Proms in der hannoverschen TUI Arena. Stars wie Marlon Roudette, Katie Melua und John Miles traten zusammen mit dem Symphonieorchester Il Novecento auf. 

Uwe Janssen 14.12.2014