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20:16 28.12.2014
Queen Esther Marrow verkündet im Theater am Aegi Gottes Botschaft – mit viel Esprit. Quelle: dpa

Das Konzert ist keine Viertelstunde alt, da applaudieren die ersten euphorisierten Fans bereits im Stehen. Die ersten „Standing Ovations“ fast aller Anwesenden erschallen noch vor der Pause. Seit über 20 Jahren verbreiten die gutgelaunten und himmlisch singenden Statthalter afroamerikanischen Lebensgefühls ihre musikalische Botschaft in Europa. Und noch immer scheint für viele Abendländler in der frohen Kunde aus Harlem ein exotischer Reiz zu liegen. Das afroamerikanische Rhythmusgefühl haben dabei die allerwenigsten im Theater am Aegi verinnerlicht. Auf den Taktteilen zwei und vier mitzuklatschen fällt vielen schwer. Doch die Botschaft kommt an: Es geht um Aufbruch, Anteilnahme, Hoffnung und Glauben. Die Musiker vermitteln eine Kraft und Spiritualität, denen sich wohl selbst der hartgesottenste Atheist nicht entziehen kann.

Dabei wird schon nach wenigen Takten klar: Die Harlem Gospel Singers interpretieren ihr Metier mit entschieden moderner Prägung. Wo andere Chöre ihr Standardrepertoire abarbeiten, verpackt die Nummer 1 im Marktsegment Gospel seine Botschaft in knackige Funk-, R&B- und Disco-Grooves - Whitney Houston, Beyonce oder Pharrell Williams (ist „Happy“ nicht auch ein Gospel-Song?) sind gar nicht so weit weg.

Natürlich begibt sich die 73-jährige Ex-Duke-Ellington-Sängerin auch auf Wurzelsuche, singt Spirtuals und den Blues. Es darf swingen. Und rocken. Gleich als zweiten Song singt Marrow im Gedenken an Joe Cocker „Your’re So Beautiful“. Später ist es Stevie Wonder, der von ihr und ihren göttlichen Stimmen gänsehautfördernd in einem Medley geehrt wird. Es ist eine Show nach US-Standards. Die Akteure wechseln gerne ihre opulente Abendgarderobe. Wenn sie nicht singen, dann tanzen sie, gerne auch beides. Man mag das überzogen finden, bisweilen kitschig, aber was all das vergessen macht, sind diese Stimmen. Voller Soul, voller Hingabe. Getragen von Rhythmen, die die letzten 100 Jahre afroamerikanischer Musik - vom Work Song bis zu Rap - im Schnelldurchlauf zu neuem Leben erwecken.

Ganz am Ende, zur Zugabe, versichern sich Publikum und Band, welch schönen Tag sie doch erleben. „Oh Happy Day“, der Klassiker unter den Gospel-Klassikern, bringt als moderner Disco-Mittanzfeger noch mal alle auf die Beine. Happy Day, Happy End!

Von Bernd Schwope

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