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Kultur überregional Londoner Künstler entwirft Plakate
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11:16 19.12.2014
Paul Bower in seinem Londoner Atelier. Quelle: Paul Bower
Hannover

„Nach 20 Jahren habe ich meinen Vollbart abrasiert - Bart ist im Moment modisch in London. Ich halte es nicht aus, Teil eines Trends zu sein. Aber ich vermisse meinen Bart.“ Ein Satz, den man dem 39-jährigen Paul Bower sofort abnimmt. Denn hier in Hannover, wo der Londoner Künstler seit einigen Jahren die Plakate und Aufkleber für das Junge Schauspiel gestaltet, kann man ihn sich ohne Bart kaum vorstellen.

Seine Plakatentwürfe reagieren mit ihrer sehr eigenen grafischen Sprache auf die Bildvorlagen der Theaterfotografin Katrin Ribbe. Kennengelernt haben sich die beiden bei der Arbeit in einem Kino im Londoner Stadtteil Brixton. Seitdem verbindet sie eine enge Freundschaft. „Ich bewundere Katrin, die Atmosphäre, die sie mit Farben und Tönen in ihren Bildern schafft. Sie sieht etwas sehr Präzises. Wir wollten immer zusammenarbeiten, auch wenn meine Arbeit im völligen Gegensatz zu ihrer steht - das Theater scheint nun der perfekte Ort, um frei und experimentell zu sein.“

Schon zu Beginn der Intendanz von Lars-Ole Walburg fand Paul Bowers Arbeit den Weg ins Schauspiel Hannover. Damals gestaltete er Sammelsticker aus Inszenierungsfotos. Jedes der 24 Ensemblemitglieder bekam einen persönlichen Aufkleber. An Straßenlaternen, Ampeln und Stromkästen konnte man sie in der ganzen Stadt entdecken. Und teilweise kleben sie da immer noch.

Seit Florian Fiedler 2011 die Leitung des Jungen Schauspiels übernahm, ist Paul Bowers Kunst zum Markenzeichen des Jungen Schauspiels geworden. „Ich liebe die Zusammenarbeit mit dem Theater, die großartigen, offenen Menschen. Und darüber hinaus die generelle Haltung an diesem freien Ort“, sagt Paul Bower. „Vom ersten Projekt an wurde mir völlige Freiheit gelassen, zu tun, was immer ich will, und ich werde ermutigt, so experimentell zu sein, wie es mir gefällt.“

Jedes Frühjahr kommt Paul Bower nach Hannover, trifft sich mit Fiedler, Ribbe und Mitarbeitern der Presseabteilung im Ballhof. Dann macht er sich ein Bild von der Arbeit am Haus, orientiert sich über die kommende Saison, sieht sich Aufführungen an. So entstehen die Konzepte für die Plakatserien der jeweils nächsten Ballhof-Saison. „Ich spreche und verstehe überhaupt kein Deutsch, aber das Spektakel an sich, die Beziehungen zwischen den Schauspielern, das Kostüm und die Bühne sind immer ein großes Vergnügen für mich“, erklärt er. In London sei das Theater anders, oft eine riesige Show: „Dort herrscht eine andere Haltung. Manchmal gehe ich nur hin, um das Bühnenbild zu sehen. Eine Bühne würde ich sowieso gern mal gestalten.“

Paul Bowers Werk umfasst viele verschiedene Stile. Einerseits kombiniert er illustrierte Figuren mit wilden handgemalten Typografien - so kennt man ihn in Hannover. Wenn er hingegen mit Ölmalerei und Collagen experimentiert, benutzt er den Namen Betty Fang, sein Alter ego. „Beide Arbeitsweisen zu trennen, ist für mich sehr befreiend“, sagt er.

Dank seiner stilistischen Vielfalt ist es ihm möglich, ganz individuell auf die einzelnen Theaterinszenierungen einzugehen. Paul Bower hat ein ganz besonderes Talent für das Erschaffen eigenwilliger und unbeschwerter Charaktere. Gerade mit dieser verspielten figürlichen Ausdrucksweise passt er so gut zum Medium Theater. „Früher habe ich mit Katrin im Kino gejobbt, jetzt erschaffen wir ein komisches Kunstwerk für das Theater. Man weiß nie, was hinter der nächsten Ecke wartet.“

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