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Kultur überregional Madonna kommt!
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19:19 18.12.2014
Die inszenierte Fotografie „Mutter“, mit der die Fotokünstlerin Julia Krahn einen Beitrag zu Kinderlosigkeit und alternder Gesellschaft liefert. Quelle: Landesmuseum Hannover
Hannover

"Das Landesmuseum ist besser aufgestellt“, sagt Katja Lembke. „Die Zeiten, da wir als ,Gemischtwarenladen’ belächelt wurden, liegen weit hinter uns.“ Das sei von den Ausstellungen bis hin zum neuen Design des „Weltenmuseums“ sichtbar. Klar, die Direktorin des Landesmuseums zieht eine Erfolgsbilanz. Klar auch, dass die nicht frei von Eigenlob ist. Doch der Erfolg gibt Katja Lembke recht. Immerhin 164.900 Besucher hatte das Museum 2014, fast 47 000 mehr als im Vorjahr - und gegen den Abwärtstrend fast aller anderen Häuser in Hannover.

Das ist keine schlechte Grundlage für ein stabiles Selbstbewusstsein. Katja Lembke und ihr Team boten bei der Vorstellung der Museumspläne für 2015 denn auch einen souveränen Auftritt und präsentierten auch Vorhaben, die deutlich über das nächste Jahr hinausgehen: Im Herbst 2015 soll die neue Dauerausstellung im ersten Stockwerk der Öffentlichkeit übergeben werden. Und schon jetzt gibt es ein neues „Corporate Design“ des Hauses, ein neues Erscheinungsbild also, das in einem überarbeiteten Logo ebenso Ausdruck findet wie in einer Ästhetik des Kreises, um den sich im Landesmuseum künftig alles dreht.

„MenschenWelten“: Nach der Präsentation der „NaturWelten“ im Juli 2014 im Erdgeschoss sollen im Oktober 2015 die „Menschenwelten“ als neue Dauerausstellung im ersten Obergeschoss der Öffentlichkeit übergeben werden. „Wir haben dafür ein Storyboard zur Evolution des Menschen in den Raum übersetzt“, sagt Katja Lembke. In einer Verbindung von Archäologie und Völkerkunde soll die Menschheitsgeschichte von den Anfängen bis in die Renaissance im Schnelldurchlauf präsentiert werden. „Da soll dann ein Perspektivwechsel anschaulich werden, der mit den Entdeckungen in der beginnenden Neuzeit einherging“, sagt Ethnologie-Kurator Alexis von Poser. So lasse sich etwa mithilfe der großen peruanischen Sammlung des Landesmuseums der Blickwinkel europäischer Kolonisatoren mit der Perspektive der in Lateinamerika Kolonisierten konfrontieren.

„Brandbilder“: Unter diesem Titel beginnt am 8. Mai, also pünktlich zum 70. Jahrestag des Kriegsendes, eine Sonderausstellung, die bis zum 6. September Kunstwerke als Zeugen des Zweiten Weltkriegs zeigt. Die sogenannten Brandbilder sind jener 55 Gemälde, die 1943 in einer Stahlkammer des ehemaligen Lohnamts Hannover eingelagert waren und dort besonders in der Bombennacht vom 9. Oktober enormer Hitze ausgesetzt waren. Viele Bilder haben Brandstellen, bei anderen sind die Farben verlaufen oder verändert - Schäden, die Gemälderestauratoren vor fast unlösbare Aufgaben stellen. Eines der Bilder, Max Slevogts „Dragoner“ von 1902, wird ab Januar konservatorisch bearbeitet, und diese Arbeiten werden für die Ausstellung dokumentiert. „Außerdem spüren wir der Geschichte dieser Bilder nach, von denen einige NS-Raubkunst sein können“, sagt Claudia Andratschke, die Provenienzforscherin des Hauses.

Madonna“: Für diese Sonderschau zum Marienbild (16. Oktober bis 21. Februar 2016) greifen die Ausstellungsmacher nicht nur weit in Geschichte und Kunstgeschichte aus - bis zu vorchristlichen Wurzeln von Fruchtbarkeitgöttinnen- und Muttergottesdarstellungen. In Kooperation mit dem Sprengel Museum werden auch moderne und zeitgenössische Arbeiten zum Thema geboten - etwa die inszenierte Fotografie „Mutter“ (unser Bild), mit der die Fotokünstlerin Julia Krahn einen Beitrag zu Kinderlosigkeit und alternder Gesellschaft liefert.

Die beiden Sonderausstellungen zeugen wiederum von den Stärken des Landesmuseums. Denn dessen restauratorische Expertise kommt dabei ebenso zur Geltung wie seine Jahrhunderte zurückreichende Sammlung. Dieses Haus ist gut für die Zukunft aufgestellt. Und viel besser als manches andere.

Daniel A. Schacht

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